Bis Ende dieses Jahres will die Kfz-Werkstattkette A.T.U. die Auftragsbearbeitung in ihren rund 600 Filialen komplett auf das ERP-System Microsoft Dynamics AX umstellen.
Zuvor arbeitete jede Niederlassung autark auf einem eigenen, lokalen Server. Für operative Aufgaben wie Kasse, Werkstattaufträge oder Verfügbarkeitsprüfung gab es unterschiedliche Anwendungen. „Das System kostete uns viel Zeit, war fehleranfällig und pflegebedürftig“, sagt A.T.U.-Geschäfsführer Manfred Gerlach.
Im Frühjahr 2008 startete das Projekt, im August 2009 implementierte der Microsoft-Partner HSO SW GmbH aus Renningen bei Stuttgart das System in den ersten Standorten des deutschen Marktführers. Inzwischen nutzen es bereits 226 Filialen.
Die Entscheidung für HSO fiel nicht nur aufgrund der vorhandenen Referenzen, so Gerlach: ,,Zudem konnte das Softwarehaus ausreichend Personal bereitstellen, was bei einem Projekt unserer Dimension keinesfalls selbstverständlich ist.“
Bis Ende 2011 soll auch der letzte der etwa 6 500 Kassenplätze umgestellt sein. Als POS-Systeme fungieren Thin Clients, die um Kassenlade, Tastatur, Drucker und Kartenterminals ergänzt wurden. Die Kassen sind per ADSL-Leitung mit dem Rechenzentrum in Weiden verbunden. Die erfassten Verkaufs- und Werkstattvorgänge werden mithilfe eines Terminalservers an den Unternehmensserver übermittelt und stehen sofort für weitere Analysen zur Verfügung.
In umgekehrter Richtung lassen sich die Kassen praktisch fernsteuern. „Der Befehl die Kassenlade zu öffnen, kommt vom Server“, erklärt Gerlach. Über Schnittstellen ist die Filiallösung mit den zentralen Anwendungen für Warenwirtschaft, Finanzen oder Management Informationen verknüpft. Zudem sind viele Lieferanten und externe Dienstleister via Web Service an Microsoft Dynamics AX angebunden.
Da alle Funktionen in einem integrierten System zusammengeführt sind, können die Mitarbeiter ihre Kunden deutlich schneller bedienen. Dazu kommen Einspareffekte bei den IT-Ausgaben: „Preisgünstige Standardhardware und die an den Kassen eingesetzten Thin Clients senken das Investitionsvolumen. Zusätzlich sparen wir durch vereinfachte Datensicherung jährlich Stromkosten in Höhe von rund 300 000 Euro“, berichtet der A.T.U.-Chef.
Ideen für den weiteren Ausbau des Systems gibt es bereits, doch hat der Roll-out in den verbleibenden Filialen derzeit Priorität.





