Leo Apotheker wird HP-Vorstandschef

Wie Phönix aus der Asche ist der ehemalige SAP-Vorstandschef Leo Apotheker ins Big Business zurückgekehrt: Der 57-jährige Apotheker wird am 1. November Vorstandschef des weltgrößten PC-Herstellers Hewlett-Packard (HP) im Silicon Valley bei San Francisco.

Er  löst dort Cathie Lesjak ab, die vor einigen Wochen das Amt übergangsweise übernommen hatte. Der bisherige und erfolgreiche Vorstandschef Mark Hurd hatte den Chefsessel wegen einer eher belanglosen Liebesaffäre und vor allem wegen damit verbundener falscher Spesenabrechnungen räumen müssen und führt jetzt den HP-Konkurrenten Oracle.

Apothekers Berufung kann auch als Zeichen einer Strategieveränderung bei HP gedeutet werden. Der Konzern versucht, neben dem konjunkturabhängigen Computer-Geschäft stärker als IT-Dienstleister aktiv zu werden. Von der Hardware zur Software – für diesen Paradigmenwechsel  erscheint Apotheker als ehemaliger Chef des deutschen Softwarekonzerns SAP prädestiniert zu sein.

An  der Spitze von SAP allerdings operierte Apotheker wenig glücklich. Mitten in der Wirtschaftskrise wollte er – letztlich erfolglos – die Wartungskosten erhöhen und stieß dabei auf geballten Widerstand der SAP-Kunden und -Partner. Auch die Verzögerung bei der Auslieferung einer neuen Mittelstandssoftware wurde ihm angelastet. Im Februar dieses Jahres trennte sich SAP von seinem auch intern umstrittenen Vorstandschef.

Der war danach noch als Berater einiger Unternehmen aktiv, aber aus dem Rampenlicht verschwunden – bis ihm HP den spektakulären Einzug in die erste Riege der globalen Top-Manager möglich machte.


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