Es ist ein stetiger Schlagabtausch zwischen Audi, BMW und Mercedes um die beste Oberklassenlimousine. Sobald eine der Marken den GenerationsÂwechsel vollzieht, geraten die beiden anderen autoÂmatisch unter Druck. Ein Grund: Die Flaggschiffe der Autobauer stecken inzwischen voller HightechÂFeatures. Jedes neue Modell setzt Maßstäbe – die Konkurrenten müssen nachziehen. Das gilt auch für Audi. Mit der Einführung der nunmehr fünften Generation des 7erÂBMW und der Vorstellung der renovierten SÂKlasse im vergangenen Jahr sah der Audi A8 im direkten Technikvergleich plötzlich alt aus. Mit der Neuauflage wollen die Ingolstädter nun an die Spitze im Segment – interessante TechnikÂHighlights sollen es unter anderem richten. Und davon hat die dritte Generation, die im März eingeführt wird, einige zu bieten. Ganz oben auf der Liste der Innovationen steht das „MMI touch“, ein Touchpad, mit dem sich das Navigationssystem „MMI plus“ und das Telefon bedienen lassen. Der Fahrer zeichnet mit dem Finger einfach Buchstaben oder Zahlen in das dafür vorgesehene Bedienfeld. Das System analysiert die Symbole und setzt sie um. Und das funktioniert mit den Schriftzeichen diverser Sprachen. Ob Kyrillisch, Chinesisch, Kantonesisch, Japanisch oder Koreanisch – die mit dem Finger gemalten Zeichen werÂden laut Audi sicher erkannt. Ein zusätzliches Feature des Touchpads ist die BlackÂPanelÂTechnologie, bei der das Pad zur Bedienfläche für das Radio mit seinen einÂzelnen Stationen mutiert. Das System ist eine Alternative zur konventionellen Sprachsteuerung, die für den A8 ebenfalls verfügbar ist. Der Vorteil: Die Eingaben sind auch noch treffsicher möglich, wenn man sich beispielsweise im Fahrzeug unterhält – bei der Sprachsteuerung ist das bis dato nicht immer der Fall.
Nicht die einzige neue Lösung: Auch bei der Navigation selbst gehen die Ingolstädter einen Schritt weiter. Das MMI plus verfügt über einen schnellen Grafikprozessor, der dreidimensionale Bilder in hoher Auflösung generiert. Auf dem Achtzollmonitor, der bei Bedarf aus der Instrumententafel schwenkt, erscheinen die Bilder als 3DÂGeländemodell. In das NaviÂSystem ist zudem eine Festplatte integriert, auf der sich eine Vielzahl von Na vigationsÂ, Audio und Telefondaten abspeichern lässt. Die Datenbank erlaubt sogar ein „vorausschauendes“ Fahren. Dazu beschreibt das System das Straßennetz und liest den Kurs mit – und zwar stets mit leichtem Vorsprung vor dem Auto selbst. Die Daten werden dann an die Steuergeräte weitergeleitet, die beispielsweise das „adaptive light“ oder die Achtstufenautomatik managen. So passen die Systeme ihre Regelungen frühzeitig an das reale Geschehen an. Gerade für die Assistenzsysteme ein wichtiges Hilfsmittel. Das weiterentwickelte „ACC Stop & Go“ profitiert da von. Vom Navigationssystem informiert, weiß der radargestützte Abstandsregler, wo sich der A8 exakt be findet. Die Anlage regelt das Tempo und den Abstand zum Vordermann im Bereich von null bis 250 km/h. Bei Stop and Go verzögert der Audi bis zum Stillstand – und rollt unter bestimmten Bedingungen selbstständig wieder an. Die Ausbaustufe „presense plus“ agiert in Notsituationen sogar autonom, wenn der Fahrer passiv bleibt, und bremst das Auto mit voller Kraft. Mit insgesamt 27 Steuergeräten steht der Abstandsregler in Verbindung. Unter anderem auch mit dem Rechner des „Audi side assist“. Der Spurwechselassistent erhält seine Infos von zwei Radarsensoren im Heck. „Lane assist“ wiederum greift ab etwa 65 km/h ein, wenn der Fahrer versehentlich die Spur wechselt. Eine Kamera in Höhe des Innenspiegels beobachtet die Szenerie, die Software bereitet die Daten auf, analysiert die Begrenzungslinien und den momentanen Kurs. Droht Gefahr, wird der Fahrer durch Vibrationen im Lenkrad gewarnt. Die von der Kamera gelieferten Daten nutzt auch die Leuchtweitenregulierung für das Fernlicht und die neue Tempolimitanzeige (ab Mitte 2010). Sie erkennt die Schilder am Straßenrand und zeigt sie als Grafiken im Display an. Und noch ein System feiert im neuen A8 sein Debüt: der Nachtsichtassistent. Eine Wärmebildkamera, die im Plakettengrill hinter den AudiÂRingen untergebracht ist, wandelt Informationen mittels eines thermografischen Verfahrens in Bilder um und zeigt sie im Kombiinstrument an. Die Bildbearbeitungssoftware sucht dabei gezielt nach der Kontur von Menschen. Wird eine Person identifiziert, wird sie rot markiert – und es ertönt ein Warnsignal. Die FerninfrarotÂTechnologie, die Audi einsetzt, blickt dabei bis zu 300 Meter voraus. Doch nicht nur assistieren soll der Audi, der neue A8 möchte seine Insassen auch bestens unterhalten. Dafür sorgt ein Soundsystem von Bang & Olufsen. Zwei Verstärker mit 1400 Watt steuern 19 Lautsprecher an. Die Passagiere im Fond können den Klang auch über ein optionales RearÂSeatÂEntertainmentÂSystem genießen, während der Fahrer die von GoogleÂServices bereitgestellten Daten für die Routenplanung nutzt.
Autor: Hilmar Dunker

