Internet wird Milliarden-Markt für Neuwagen

Bisher war der Neuwagenverkauf über das Internet eher die Ausnahme. Doch seit gut einem Jahr ändert sich das Bild – so eine von Professor Ferdinand Dudenhöffer (Bild) und zwei Mitarbeitern erstellte Studie des Center Automotive Research (CAR) an der Universität  Duisburg-Essen.
Ursache dafür sind neue Broker, die über das Internet Neuwagen anbieten. ,,Meinauto.de, Autohaus24.de, Priceoptimizer.de und Carneoo.de sind die wichtigsten Neuwagenvermittler”, heißt es in der Studie. Der Kunde erhalte deutlich höhere Nachlässe als bei den traditionellen  Autohäusern, der Kauf sei aber online ebenso sicher. Der Käufer könne sich sein Wunschfahrzeug aussuchen und die Finanzierung sei ebenfalls unproblematisch.
Die Geschäftsmodelle sind einfach: Der Kunde beschreibt sein Wunschauto auf der Homepage des Brokers, bestellt per Telefon und erhält eine Vermittlungsbestätigung bei einem Markenhändler mit festem Rabatt. Dort wird das Fahrzeug abgeholt und bezahlt. Der Preisvorteil ist nach der CAR-Studie enorm. Spitzenrabatte für den VW Golf betragen bis zu 20 Prozent, der Durchschnitt für die 25 meistverkauften Automodelle liegt immer noch bei 17 Prozent.
Nach einer Online-Befragung des CAR unter einer Zielgruppe von 526 überdurchschnittlich gut ausgebildeten und autobegeisterten Personen sind 64 Prozent zu einem Internet-Kauf bereit, wenn der Rabatt zehn Prozent höher liegt als beim Autohaus. Nur 14 Prozent lehnen den Neuwagenkauf über Internet völlig ab. Lediglich der noch geringe Bekanntheitsgrad der Internet-Broker begrenze noch den Erfolg. Wenn sich das ändere, könnten künftig vor allem in der oben erwähnten Zielgruppe 60 Prozent ihre Neuwagen online kaufen. Für die gesamte Bevölkerung rechnet das Dudenhöffer-Team mit 30 Prozent Marktanteil – etwa acht Milliarden Euro Umsatz.
Denn diese Autokunden legen laut Studie weniger Wert auf Beratung und Betreuung als auf den Preisvorteil und die individuelle Ausstattung beim Internetbroker. Lediglich auf die Probefahrt legen sie weiter großen Wert. Die müsse in Kernenelement des neuen Vertriebssystems werden, das die Autohersteller zukünftig viel stärker als bisher berücksichtigen dürften. Für den traditionellen Autohandel bedeutet das nach der CAR-Studie: Wenn er nicht zusätzlich zum serviceorientierten Verkauf im Autohaus auch das Internet als Verkaufskanal nutzte, werde sein Vertriebssystem Schiffbruch erleiden, warnt das Team um Professor Dudenhöffer.


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