Firmen kaufen kleinere Dienstwagen

Deutsche Unternehmen achten bei der Zusammenstellung ihrer Pkw-Fuhrparks zunehmend auf den Umweltaspekt. Das ist eine Kernaussage der aktuellen Oliver-Wyman-Studie ,,Flottenkunden 2010″ , für die mehr als 230 Fuhrpark-Entscheider deutscher Unternehmen befragt wurden.

Viele Firmen haben ihre Fuhrparkrichtlinient verschärft und wollen ihre Mitarbeiter über Anreize und Einschränkungen zur Nutzung umweltfreundlicher Fahrzeuge motivieren. Bei der Anzahl der Fahrzeugbeschaffungen ist nach dem Krisenjahr 2009 für das aktuelle Jahr eine leichte Erholung zu erwarten. Die Attraktivität des Leasings hat unter der Wirtschaftskrise jedoch kaum gelitten..

Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen hat die eigene Fuhrparkrichtlinie in Bezug auf ökologische Aspekte angepasst, etwa durch Vorgaben zu Fahrzeugtypen sowie durch Verbrauchs- und CO2-Grenzen. Das Verhalten der Dienstwagennutzer wird darüber hinaus  über zusätzliche Boni für die Wahl eines kleineren Fahrzeugmodells oder mit Sondervergütungen bei geringem Kraftstoffverbrauch während der Fahrzeugnutzung beeinflusst.

Fahrzeuge mit alternativen Antrieben werden in deutschen Fuhrparks noch relativ selten eingesetzt. Jedoch erwartet fast die Hälfte der Unternehmen, dass dieser Anteil bereits in den nächsten drei Jahren signifikant ansteigen wird.  Zwei Drittel würden Mehrkosten für neue Technologien akzeptieren, solange diese in einem gewissen Rahmen bleiben.

Dazu sagt Matthias Bentenrieder, Partner der Automotive Practice von Oliver Wyman: „Die häufig aufgestellte Hypothese, dass neue Antriebskonzepte in nternehmensfuhrparks nur bei absoluter TCO-Neutralität eine Chance haben, ist nicht korrekt. Unternehmen achten durchaus auf die Imagewirkung eines umweltschonenden Fuhrparks und akzeptieren dafür Mehrkosten – jedoch nur in geringem Umfang.“

Im Krisenjahr 2009 wurden häufig Budgets je Fahrzeug reduziert oder Umschichtungen zu kleineren Modellen vorgenommen. Derartige restriktive Beschaffungsgrundsätze werden auch in den Jahren 2010 und 2011 beibehalten.  „Auf diese Herausforderung müssen gerade die Premiumhersteller in der Modell- und Vertriebspolitik unbedingt reagieren,“ erklärt Bentenrieder.

In der Studie wurden auch Erwartungen der Kunden an die Fahrzeughersteller ermittelt. Ganz vorne liegen hier die „klassischen“ Kriterien Fahrzeugqualität, Werkstattleistung und Anschaffungspreis. Die größte Unzufriedenheit herrscht bei den Fuhrparkleistungen. Daraus wird klar, dass auch bei den Werkstattleistungen und der Umweltfreundlichkeit ein großer Handlungsbedarf besteht.

Leasing bleibt eindeutig der Favorit der Flottenkunden. Eine interessante Veränderung ist im Bereich der unabhängigen Fuhrparkoptimierer zu beobachten. Zwar nutzen nur neun Prozent der Kunden heute derartige Dienstleister, weitere neun Prozent planen aber einen entsprechenden Einsatz. Als Gründe werden insbesondere Kostenersparnis und Entlastung der internen Verwaltung genannt.

Fürr Automobilhersteller und -händler empfiehlt die Studie folgende Strategie: Die Kompetenzen der Key-Account-Manager und Großkundenverkäufer müssen stärker auf kosten- und umweltorientierte Kundenberatung ausgerichtet werden. Die Modell- und Kommunikationspolitik sollte dem Trend zu kleineren Modellen und geringeren Motorisierungen adäquat begegnen. Im Fuhrparkbetrieb müssen neue Antriebskonzepte akzeptable Reichweiten bieten, etwa über über Diesel-Hybridkonzepte.

Für Leasinggesellschaften ergeben sich drei Anforderungen aus den Ergebnissen der Studie: Sie müssen den Umweltaspekt in ihr Leistungsportfolio integrieren, die Fahrzeugrückgabe transparenter gestalten und eine aktive Kostenberatung durchführen.


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