Zuliefer-Branche kaum attraktiv für Investoren

Der Umsatz brach um Viertel ein, die ohnehin magere Rendite verschwand ganz hinter roten Zahlen: Für die Automobilzulieferer war das zweite Krisenjahr 2009 noch schlimmer als erste 2008. Trotzdem ist eine Konsolidierung der Branche nicht in Sicht, denn strategische Investoren schrecken die schlechten Gewinnaussichten ab und die Automobilhersteller wollen keinen Markt mit dominanten Zulieferern. Das geht aus der jetzt veröffentlichten Studie ,,Angezogene Handbremse – Die Konsolidierung in der Zulieferindustrie kommt kaum in Fahrt” der Strategieberatung Roland Berger hervor.

Danach betrug die Rendite der Branche 2007 noch 5,7 Prozent, in 2009 hingegen meldet sie einen Verlust von etwa 1,5 Prozent. Die Folge: Weltweit haben bereits 340 Zulieferer Insolvenz angemeldet, 75 davon in Deutschland. Trotz der größten Krise in der Geschichte der Branche kommt die Konsolidierung aber nur schleppend in Gang, seit 2007 sinkt die Zahl der Zusammenschlüsse und Übernahmen sogar.

,,Die Fahrzeughersteller müssen implizit natürlich jeder Transaktion zustimmen,” sagt Roland Berger-Partner Marcus Berrett. Sie hätten aber besonders in produkt-orientierten Segmenten wie Bremsen oder Kolben häufig wenig Interesse an einer weiteren Konsolidierung: ,,In nahezu allen Produktsegmenten hat sich eine vergleichbare weltweite Wettbewerbsstruktur etabliert: Der Marktführer hält zwischen 30-35 Prozent Marktanteil, die Top 2 Anbieter decken die Hälfte des Marktes ab, die Top 5 zirka 75 Prozent des Weltmarkts.” Mit jedem Zulieferer, der aus dem Markt ausscheidet, nimmt der Wettbewerb weiter ab und die Marktmacht der verbleibenden Anbieter wächst.

Anders sieht es in den prozessorientierten Segmenten wie Leichtmetallguss oder Metallbearbeitung aus. ,,Hier besetzt der Weltmarktführer meist nicht mehr als 15 Prozent des Markts und die Top 5 Anbieter kommen zusammen in der Regel auf weniger als die Hälfte”, sagt Projektmanager Felix Mogge.,,Hier besteht dringender Konsolidierungsbedarf, um die Profitabilität der einzelnen Zulieferer zu steigern.”

Allerdings sei kaum ein Investor bereit, in dieser Branche zu investieren. ,,Gerät ein Zulieferer in Not, verfolgen die Fahrzeughersteller deshalb meist die Strategie, ihn  zu stützen, indem sie beispielsweise Aufträge von stabileren Zulieferern abziehen oder ihn kontrolliert abwickeln”, sagt Mogge. Ohne die erforderliche Konsolidierung aber werde wird sich die Renditesituation in vielen Produktsegmenten nicht nachhaltig erholen.

Eine Zusammenfassung der Studienergebnisse hier

Vor kurzem kam eine Deloitte-Studie zu ähnlichen Ergebnissen –  Informationen hier



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