Die Autozulieferindustrie muss sich neu aufstellen, viele Zulieferer werden vom Markt verschwinden oder Zweckgemeinschaften mit anderen Anbietern eingehen: Das prognostiziert die Studie ,,Money vs. Technology – Wie die Finanz- und Absatzkrise sowie der technologische Wandel die Zulieferwirtschaft verändern wird” von Deloitte und IHS Global Insight, die jetzt im Rahmen der Materialienreihe des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) erschienen ist.
Die Studie verdeutliche, so VDA-Geschäftsführer Klaus Bräunig, dass ,,Technologie für die deutschen Zulieferer das zentrale Differenzierungsmerkmal ist und dass die Finanzierung der Zulieferer nach der Krise als wichtiges strategisches Thema neben der Technologie gesehen werden muss.” Selbst im Krisenjahr 2009 wurden die Forschungs- und Entwicklungsausgaben (F&E) bei Automobilherstellern und Zulieferern um mehr als vier Prozent auf 20,9 Milliarden Euro ausgeweitet. Vieles spricht dafür, dass dieses hohe Niveau auch 2010 gehalten wird.
,,Wer als Zulieferer nach der Krise einfach mit einem Weiter-So! fortfährt, verkennt die strukturellen Veränderungen, die die Krise sowohl auf der Finanzierungsseite als auch bei der Technologie bewirkt hat”, sagt Siegfried Frick, Partner bei Deloitte. Christoph Stürmer von IHS Global Insight ergänzt: ,,Die Krise ist kein Einmaleffekt und wurde nicht allein durch die Finanzkrise begründet, aber beschleunigt. Es sind zudem strukturelle Gründe, die die Zuspitzung bewirkt haben und die weiterhin aktuell sind.”
Überkapazität müsse und werde in den kommenden Jahren vom Markt genommen werden – oder die Zulieferindustrie finde keinen Ausweg aus Überkapazität und Preisdruck. Nur technologischer Vorsprung sichere Zulieferern eine gewisse Unersetzbarkeit gegenüber den Kunden. Die Studie verdeutlicht dies an den Bereichen Antriebstechnik, Chassis, Elektronik, Interieur und Exterieur.
Vor allem die Tier-1-Zulieferer werden sich als direkte Partner der Automobilhersteller künftig breiter aufstellen. Die automobile Landschaft wird insgesamt komplexer, die sogenannte Zulieferpyramide steiler. Die Zahl der Zulieferer wird sich verringern, Anbieter werden sich stärker gruppieren – in Form von Konsolidierung, aber auch in Gestalt verschiedener, technologieorientierter Zweckgemeinschaften. Die vom VDA veröffentlichte Studie basiert unter anderem auf einer Befragung von 190 Vorständen und Geschäftsführern von deutschen Zulieferern.
Autozulieferer stehen unter Preisdruck
19. Juli 2010




