In Unternehmen jeder Größenordnung gibt es ein Berichtswesen und eine Vielzahl von Reports als rudimentäre Formen von Business Intelligence (BI) – aber längst nicht in allen eine unternehmensweite BI-Strategie und ein zentrales BI-Competence-Center. Das hat Folgen: Angefangen hat es oft mit Excel, dann kamen andere Tools hinzu und über die Jahre entstanden eine heterogene Vielfalt und nicht-kompatible Systeme. Kennzahlen in verschiedenen Berichten weichen voneinander ab, und nicht selten erweist sich die Datenqualität als zweifelhaft. Die wichtigsten Aspekte bei der Einführung eines BI-Competence-Center hat der New Yorker IT-Dienstleister Information Builders in fünf Tipps zusammengefasst:
1. Festlegung einer BI-Strategie. Ein BI-Competence-Center kann nicht ohne eine vom Vorstand genehmigte BI-Strategie eingeführt werden. In der Strategie muss es die gesamte Unternehmensentwicklung betreffende Ziele sowie fachliche, organi-satorische, architektonische und technologische Ziele geben. Aus den Zielen werden Einzelmaßnahmen und dauerhafte Aktivitäten abgeleitet.
2. Aufstellung einer BI-Roadmap. Mit einer BI-Strategie wird für einen mindestens dreijährigen Zeitraum sichergestellt, dass die Prozessverantwortlichen eines Unternehmens optimal mit entscheidungsrelevanten Informationen versorgt werden. Die Roadmap muss die einzelnen Schritte zur Umsetzung der BI-Strategie untergliedert nach Ressourcen, Zeit und Kosten enthalten.
3. Gemeinsames Team aus Mitarbeitern der IT und Fachabteilungen. Gibt es in der IT-Abteilung ein Team mit umfangreichem BI-Know-how, wird es zur Keimzelle des BI-Competence-Centers und um Mitarbeiter aus den Fachabteilungen ergänzt. Kann die IT die fachlichen Anforderungen an BI-Anwendungen nur unzureichend umsetzen, muss das BI- Competence-Center aus einer Fachabteilung heraus eingerichtet werden. Das BI-Competence-Center, zusammengesetzt aus Mitarbeitern der IT und den Fachabteilungen, definiert die strategischen Vorgaben, für die technologischen Rahmenbedingungen sorgt die IT.
4. Aufbau als virtuelle Organisationseinheit im Mittelstand. Im Mittelstand ist das BI-Competence-Center oft eine virtuelle, abteilungsübergreifende Gruppe, der in der Regel auch ein Mitglied der Geschäftsleitung angehört. Je größer ein Unternehmen, desto eher wird das BI-Competence-Center als eigenständige Organisationseinheit eingerichtet. Stehen wichtige Entscheidungen an, kommt ein Vertreter aus dem Vorstand, beispielsweise der Finanzchef, dazu.
5. Bewertung des Erfolgs Bei der Gründung des BI-Competence-Center muss eine Situationsanalyse durchgeführt werden, die den Ist-Zustand beschreibt. Die einzelnen Schritte, die in der BI-Roadmap festgelegt sind, können dann im Rahmen einer kontinuierlichen Soll-Ist-Bewertung überprüft und angepasst werden. Das ideale BI-Competence-Center ist Unternehmensstrategie-, Fachbereichs- und IT-getrieben. Hier muss jedes Unternehmen für sich den richtigen Mix finden.
„Ein BI-Competence-Center ist die Steuerungsinstanz für alle BI-Aktivitäten in einem Unternehmen und hält alle Fäden in der Hand“, erklärt Klaus Hofmann zur Linden, Technical Manager Germany bei Information Builders in Eschborn. „Zu den wesentlichen Aufgaben gehört die Umsetzung der zuvor definierten BI-Strategie und damit die Sicherstellung des Geschäftsnutzens der BI-Applikationen.“
Strategie und Roadmap für die BI
20. April 2010





