
Codex of PLM Openness: Mögliche Umsetzung am Beispiel eines Datenmodells.
Mehr Offenheit von PLM-Systemen in der Automobilindustrie: Das ist die Kernforderung für einen ,,Codex of PLM Openness”, der jetzt von einer Arbeitsgruppe des Vereins PROSTEP IVIP vorbereitet werden soll – zunächst durch Vorarbeit von drei oder vier OEMS.
Die Forderung richtet sich vor allem an die Adresse der drei großen Anbieter von Basis-Systemen für das Product Lifecycle Management der Automobilhersteller – Dassault Systemes, Siemens PLM und PTC.
Die Initiative für den Kodex kommt von CIOs der deutschen OEMs und der großen Zulieferer, beschlossen auf einem Treffen am 1.April in München. Angestrebt wird eine Selbstverpflichtung der Anbieter – mit finanziellen Konsequenzen, wenn Verstöße gegen ,,Muss”-Bestimmungen aus dem Kodex festgestellt werden.
,,Die Gestaltung der Systemlandschaft ist originäre Aufgabe und Verantwortung des OEM”, erklärte dazu BMW-CIO Karl-Erich Probst am 5. April auf dem PLM-Symposium von PROSTEP in München – und darauf wollen und werde man nicht verzichten.
Es könne nicht sein, dass der Systemanbieter sogar darüber entscheiden wollten, auf welche seiner eigenen Daten der Hersteller zugreifen könne, wurde im Umfeld des Kongresses aus OEM-Kreisen kritisiert. Auch für eigene oder von anderen PLM-Anbietern eingekaufte Applikationen müssten die Systeme problemlos offen sein, um neue Lösungen einfügen zu können.
Die Komplexität der PLM-Landschaft steigt, so Probst in München: ,,Meines Erachtens können wir dieser steigenden Komplexität nur begegnen, indem wir uns unter anderem – bei aller Differenzierung und Positionierung im Wettbewerb – zum Thema „Offene IT-Systeme“ gemeinsam aufstellen.”
Mögliche Inhalte im angestrebten Kodex könnten zum Beispiel sein: dokumentierte Schnittstellen für Anschlusssysteme, offengelegte und lizenzfreie Datenformate und Datenmodelle samt Dokumentierung als Standard sowie der Verbleib aller vom System verwalteteten und erzeugten Daten als geistiges Eigentum des Kunden.
Auf anderem Weg strebt der PLM-Anbieter CONTACT dasselbe Ziel an: Er hat gegen zwei der drei ,,Großen” Beschwerde bei der EU-Wettbewerbskommission eingelegt – wegen mangelnden Zugangs zu CAD-Daten. Er fordert, dass diese Daten mit vertretbarem Aufwand in PDM-Systeme übertragbar sind.
,,Die Beschwerde wurde angenommen, die betroffenen Firmen von der Kommission angehört und auch wir zur Anhörung eingeladen”, sagt Dr. Roland Drewinski, Mitglied der CONTACT-Geschäftsführung.
Kodex und Beschwerde treffen auf eine automobile PLM-Landschaft, die sich im Umbruch befindet – einen ausführlichen Artikel von automotiveIT zu dieser Thematik finden Sie hier





