Marktchancen für Elektroautos sind noch gering

Das Elektroauto hat in Deutschland auf absehbare Zeit nur begrenzte Marktchancen. Denn gut 60 Prozent der Verbraucher würden erst dann einen Pkw mit rein oder zumindest überwiegend elektrischem Antrieb kaufen, wenn dieser zu einem vertretbaren Preis die vom Verbrennungsmotor gewohnten Fahrleistungen bringt, wie aus einer Umfrage im Auftrag der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) und des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO hervorgeht.
,,Die Autofahrer stehen der neuen Technik zwar aufgeschlossen gegenüber. Allerdings wird das Elektroauto in Deutschland nur dann zum Erfolg, wenn es die bestehenden Mobilitätsanforderungen erfüllt und nicht umgekehrt eine Anpassung der Konsumenten an technische Beschränkungen verlangt”, kommentiert Felix Kuhnert, Leiter des Bereichs Automotive bei PwC.
Automobilindustrie, Energiewirtschaft und öffentliche Hand sind gefordert, gemeinsam neue Mobilitätskonzepte zu entwickeln, die die Möglichkeiten der E-Technologie mit den Bedürfnissen der Verbraucher in Einklang bringen. Dazu wäre es nach Einschätzung der Experten notwendig, eine leistungsfähige Infrastruktur aufzubauen, die für jedes Elektrofahrzeug zwei bis drei Ladestationen zur Verfügung stellt. Insbesondere urbane Regionen bieten Potenzial für innovative Car-Sharing-Modelle mit rein elektrisch betriebenen Pkw. Im Jahr 2020 könnten demnach mehr als 55 000 Elektroautos in deutschen Städten unterwegs sein, die sich Autofahrer bei Bedarf ausleihen.
Um die hohen Anschaffungskosten für Elektroautos zu senken, setzen derzeit viele Hersteller auf den Einbau von Batterien mit beschränkter Kapazität. Als reines Kurzstreckenmobil hat das Elektroauto aber kaum Marktchancen. Knapp 90 Prozent der Befragten halten es für wichtig oder sehr wichtig, dass die Batterie mehr als die heute durchschnittlich erreichten 130 Kilometer mit einer Ladung durchhält.
Auch das tatsächliche Nutzungsverhalten legt nahe, dass das eigene Auto kaum zu ersetzen ist. Insbesondere auf dem Land oder in Kleinstädten nutzen fast 90 Prozent den Pkw für tägliche Besorgungen, drei von vier Befragten fahren jeden Tag mit dem Auto zur Arbeit. Selbst in den Großstädten fahren immerhin rund zwei Drittel der Befragten in der Regel mit dem Pkw zur Arbeit und zum Supermarkt.

Um die Marktchancen des Elektroautos zu erhöhen, ist auch eine bessere Information der potenziellen Käufer und Nutzer notwendig. Derzeit glaubt nicht einmal jeder zehnte Befragte, dass er über die Vor- und Nachteile des elektrischen Antriebs in seinen verschiedenen Varianten gut Bescheid weiß. Entsprechend ambivalent ist die Einstellung der Konsumenten zur neuen Technik. So sind zwar acht von zehn Verbrauchern  davon überzeugt, dass dem Elektroauto die Zukunft gehört. Ein ebenso großer Teil der Befragten gibt jedoch zu Protokoll, dass der Kauf eines E-Mobils für sie auf absehbare Zeit nicht in Frage kommt.


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