Zwar sammeln Unternehmen längst auch im Web 2.0 Informationen zu ihren Bewerbern, doch bleibt die Direktansprache bei der Suche nach Fach- und Führungskräften noch die erste Wahl der Personalberater, so das Fazit der aktuellen GEMINI Executive Search Studie – anders ist es bei Nachwuchskräften.
Allerdings werden generell Informationen aus dem Internet zur Beurteilung des Kandidaten vorab herangezogen. Bei 47 Prozent der befragten Unternehmen führten diese Informationen manchmal zum Ausschluss von Kandidaten aus dem Auswahlverfahren.
,,Die Personalberatung steht vor einem Umbruch, bei dem durch den demographischen Wandel in Deutschland ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften entsteht. Gleichzeitig wächst eine Generation heran, die ,digital Generation’, die die Nutzung sozialer Netzwerke zur Personalsuche in der Zukunft unumgänglich macht”, sagt Stephan Füchtner, Managing Partner des Personalberaters GEMINI und Herausgeber der Studie.
Die Studie ergab, dass die Direktansprache bei der Suche und Auswahl von Fach- und Führungskräften bei den Top 15 Personalberatungen mit 73 Prozent die vorrangige Suchmethode bleibt, um Kandidaten zu identifizieren. Soziale Netzwerke wurden eher nachrangig genannt.
Um frühzeitig Nachwuchsführungskräfte zu entwickeln, wird aber bei der jungen ,,digital Generation” vorrangig über Internetsuche (70 Prozent) recherchiert, da die Kandidaten aufgrund ihrer Präsenz im Web 2.0 und mangels Berufserfahrung eher selten über klassische Suchstrategien zu finden sind.
Bereits heute halten sich 25 Prozent der Personaler und Personalberater täglich in sozialen Netzwerken auf, um Kandidaten zu identifizieren. 85 Prozent nutzen die internetbasierte Recherche und 35 Prozent davon sogar soziale Netzwerke für die Informationsbeschaffung zu Kandidaten.
Informationen aus dem Web 2.0 dienen dem Berater primär zur Gesprächsvorbereitung (29 Prozent), dem ersten Eindruck (28 Prozent), der Vervollständigung des Kandidatenprofils (21 Prozent) aber auch zur Überprüfung des Wahrheitsgehalts von Aussagen (19 Prozent).
Für die Studie wurden 126 Entscheider in Personalberatungen und Unternehmen mit entsprechenden Abteilungen zu ihrem Umgang mit Web 2.0 befragt.




