Im IT-Offshoring steckt noch viel Potenzial

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Capgemini in Mumbai: Indien ist ein Hauptziel von IT-Offshoring.

Beim Offshoring von IT sind deutsche Großfirmen noch vorsichtiger als Unternehmen etwa in den USA und Großbritannien. Das belegt eine aktuelle Studie der Beratungs- und Marktanalyse-Firma Pierre Audoin Consultants (PAC).

Danach nutzt  die Mehrzahl deutscher Unternehmen bereits Ressourcen in Niedriglohnländern, doch sie sieht das „ideale“ Verhältnis von Offshore- zu Onshore-Leistungen noch nicht erreicht. Für die Studie befragte PAC im Auftrag des deutsch-indischen IT-Dienstleisters TUI InfoTec 100 IT-Entscheider in deutschen Großunternehmen.

Neben den osteuropäischen Nachbarländern („Nearshoring“) hat sich Indien als wichtigster Offshore-Dienstleistungsstandort etabliert. Die zunehmende Reife innerhalb der Informationstechnologie und die Implementierung standardisierter Prozesse und Services ermöglichen die Virtualisierung von IT-Service-Centern und damit auch deren Verteilung auf verschiedene Standorte und Länder.

Etwa zwei Drittel aller befragten Unternehmen haben bereits Erfahrung mit der Nutzung von Ressourcen aus Niedriglohnländern; mehr als ein Drittel hat schon Offshore-Regionen wie Indien, China oder Brasilien für die Leistungserbringung eingesetzt.

Einerseits werden Teile der IT-Dienstleistungen in solche Regionen verlagert, um Kosten einzusparen und die hiesigen Ressourcen zu entlasten, andererseits, um Zugriff auf dort ansässige, spezialisierte Fachkräfte zu erhalten, die insbesondere in den Industrienationen immer knapper werden.

Aber nach wie vor stehen deutschsprachige Unternehmen dem Offshore-Konzept oft kritisch gegenüber – was jedoch nicht an den mangelnden Deutschkenntnissen der Provider liegt; 85 Prozent der befragten Unternehmen erwarten lediglich gute Englischkenntnisse. Auch die Kosteneinsparungen, üblicherweise 10-30 Prozent, teilweise sogar höher, werden weitgehend erreicht.

Die Herausforderungen werden vielmehr in Fragen der (Daten-) Sicherheit, des Kontrollverlusts, einer ungenügenden Transparenz sowie in der mangelnden lokalen Präsenz vieler Offshore-Provider gesehen.

Entsprechend werden derzeit vornehmlich die Anwendungsentwicklung sowie Systemintegrations- und Implementierungsaktivitäten in Offshore-Regionen ausgelagert. Vorbehalte gibt es vor allem bei IT-Dienstleistungen, die eine regelmäßige Kommunikation oder enge Abstimmung erfordern, oder die regulatorischen Vorgaben (insbesondere zum Datenspeicherort und -sicherheit) unterliegen, wie im Infrastruktur-Management.

Generell zeigt die Studie, dass es noch beträchtliches Potenzial für Offshore-Aktivitäten gibt: bei der Mehrzahl der befragten Unternehmen liegt der Offshore-Anteil heute unter 30 Prozent der gesamten IT-Leistungserbringung – wobei gleichzeitig ein deutlich höherer Anteil als „ideal“ angesehen wird.

 



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