,,Inhouse Consultants” auf dem Vormarsch

Unternehmenseigene, interne Berater entwickeln sich immer häufiger zu ernst zu nehmenden Wettbewerbern der externen Anbieter von Managementberatung, so eine aktuelle Studie der Lünendonk GmbH in Kaufbeuren.

Schon seit einigen Jahren sei dieser Trend zum verstärkten Einsatz von ,,Inhouse Consultants”  zu beobachten, heißt es in der Studie „Status quo und Positionierung von Inhouse Consulting Einheiten 2010“. Sie analysiert die Antworten von 19 Auftragnehmern und vier Auftraggebern von Inhouse Consulting Einheiten (ICE) in Deutschland.

Die analysierten Unternehmen hoben als Pluspunkte vor allem die Kenntnis des eigenen Unternehmens und der  Unternehmenskultur hervor. Direkt mit diesem Umstand verbunden sind kurze Anlauf- und Einarbeitungszeiten bei einem Projektstart, da bereits im Vorfeld internes Wissen vorhanden ist.

Die enge Verbundenheit mit dem Kunden erleichtert es den ICE zudem, die Bedürfnisse der Stakeholder genau einzuschätzen und im Verlauf des Projekts zu berücksichtigen.

Dies erzeugt eine Atmosphäre des Vertrauens, die besonders in kleineren und mittelgroßen Betrieben zum Tragen kommt. Bei größeren Unternehmen ist es dagegen nicht selten, dass ein Mitarbeiter noch nie mit der ICE zusammengearbeitet hat.

Als dritter Vorteil werden geringere Beratungskosten durch niedrigere Tagessätze oder gar der Wegfall von internen Beratungskosten (bei Leistungsverrechnung im Umlageverfahren) genannt. Besonders in der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise 2009 griffen Unternehmen deshalb häufiger auf ICE zurück; doch auch im Aufschwung wird dieses Potenzial genutzt.

Jeweils leicht im positiven Bereich lagen die Bewertungen für den internen Best-Practice-Transfer sowie den Verbleib vertraulicher Informationen und von Know-how im Unternehmen. Besonders für größere Unternehmen und Spezialisten sind diese Vorteile vielleicht sogar entscheidend. Hier spielen auch die immer stringenteren Regelungen zu Datenschutz und Compliance eine übergeordnete Rolle.

ICE werden zudem wegen der Möglichkeit geschätzt, ein Projekt vom Reißbrett bis zum Start zu begleiten – und darüber hinaus. Der Kunde kann auch nach Beendigung eines Projekts aufgrund der Unternehmenszugehörigkeit zumindest theoretisch jederzeit auf die Inhouse Consultants zurückgreifen.


Ähnliche Beiträge