IT-Generalisten haben gute Berufschancen

IT-Fachkräfte, die nur über technische Skills (Fähigkeiten) verfügen, sind auf dem Arbeitsmarkt weniger gefragt als Mitarbeiter, die daneben auch die Eigenheiten des Fachbereichs zumindest in Grundzügen kennen.
Noch bessere Chancen haben Generalisten, die Fachwissen mittels Analyse und Modellierung für die IT nutzbar machen können oder ausgeprägte Projektmanage-ment-Fähigkeiten haben. Wenig begehrt sind hingegen Spezialisten für das Servicemanagement. Zu diese Schlüssen kommt die auf das Thema Skills-Management spezialisierte Data Assessment Solutions GmbH mit Sitz in Hannover in ihrer IT-Skills-Studie 2010.
Befragt wurde eine repräsentative Auswahl von 110 Vertretern der IT-Branche, die anhand von jeweils 12 zufällig generierten Gegenüberstellungen fiktiver Profile von IT-Mitarbeitern entscheiden sollten, welcher der beiden Kandidaten in ihrem Unternehmen die besseren Chancen hätte. Konstruiert wurden die Profile aus fünf IT-relevanten Kompetenzbereichen (Branchen- und Fachwissen, Projektmanagement, Analyse und Modellierung, Softwareimplementierung und Servicemanagement) in vier Ausprägungen (Laie, Kenner, Könner, Experte).Ausgewertet wurden die Ergebnisse am Lehrstuhl für Theoretische Informatik II von Professor Joachim Giesen an der Universität Jena.
Die Befragten waren sich einig, dass IT-Mitarbeiter zumindest über grundlegendes Branchen- und Fachwissen verfügen sollten. Besonders sinnvoll ist ein breit angelegtes Profil, das die Autoren als das eines „Business-Generalisten“ bezeichnen, der in der Lage ist, Kosten und Ressourcen fachgerecht zu planen (Projektmanagement) und Know-how aus dem Fachbereich für die IT-Abteilung nutzbar zu machen (Analyse und Modellierung).
Reine Spezialisten für die Implementierung von Standardsoftware, die Entwicklung von Individuallösungen (Softwareentwicklung) oder das Servicemanagement sind gegenüber interdisziplinär arbeitenden Kollegen dagegen im Nachteil. Insbesondere Fähigkeiten in der Serviceabwicklung werden nur gering honoriert und sind bestenfalls mit Blick auf eine Spezialkarriere interessant.
„Die Ergebnisse spiegeln die große Bedeutung von Fähigkeiten und Fertigkeiten an der Grenze zwischen Business und IT wider“, kommentiert Axel Völker, Geschäfts-führer von Data Assessment Solutions und Co-Autor der Studie. Kandidaten ohne ein Minimum an Branchenkenntnissen hätten es schwer auf dem Arbeitsmarkt, und bereits mit soliden Kenntnissen im Projektmanagement und der Analyse und Modellierung von Geschäftsanforderungen sei ein Mitarbeiter für die IT ebenso attraktiv wie ein ausgesprochener Experte in Softwareimplementierung und Servicemanagement.

Es zeige sich, so Völker weiter, „dass Fähigkeiten, die besonders für die Veränderung der Unternehmens-IT bedeutsam sind (‚Change‘) als deutlich wichtiger angesehen werden als Kompetenzen aus den Bereichen Umsetzung und Betrieb (‚Run‘).“
Die vollständige Studie finden Sie hier


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