Der Autositzspezialist Keiper bezieht seine SAP-Infrastruktur über ein verbrauchsorientiertes Utility-Sourcing-Modell. Nachdem Keiper dabei mehrere Jahre feste Abnahmemengen mit dem Provider vereinbart hatte, setzt er nun auf ein vollkommen flexibles Bezugsmodell.
Seit 2002 betreibt HP die Infrastruktur des SAP-Systems bei Keiper auf der Basis eines verbrauchsabhängigen Abrechnungs- und Betriebsmodells, genannt HP Utility Services for SAP. Dabei fiel die Entscheidung aus Kostengründen auf einen Shared-Service-Ansatz. Das heißt, Keiper hat im Rechenzentrum keine dedizierte Hardware, sondern teilt sich diese mit anderen Kunden.
Jahrelang hatte Keiper aufgrund des ständigen Wachstums als Parameter für die monatliche Abrechnung die genutzte SAP-Systemleistung und den genutzten Speicher in Gigabyte gewählt. Um die Kosten langfristig zu senken, hatte man eine Mindestabnahmemenge über die ganze Vertragslaufzeit vereinbart.
„Doch während der Wirtschaftskrise konnten wir diese Mindestabnahmemenge vielfach nicht ausschöpfen“, so Keipers IT-Manager Fred Höwener. Wie bei allen Automobilzulieferern brach der Umsatz des Sitzspezialisten während der Krise zweistellig ein. Es gab Kurzarbeit in allen Bereichen. Die Folge: Im SAP-System wurden deutlich weniger Belege produziert, die erforderlichen Systemressourcen sanken.
Daher wurde der neue, fünfjährige Vertrag mit HP vollkommen flexibel gestaltet: „Genauso wie für den Strom bezahlen wir jetzt nur für die tatsächlich in Anspruch genommene Leistung. Damit können wir unsere IT-Kosten weiter variabilisieren“, sagt Höwener. 40 Prozent von Keipers IT-Budget entfallen heute bereits auf variable Kosten.
Da Keiper davon ausgeht, dass die Zahl der SAP-Nutzer in den nächsten Jahren relativ konstant bei 1600 bleiben wird, entschied man sich bei der Vertragsverlängerung für eine Änderung der Abrechnungsparameter.
Die monatlichen Kosten für den SAP-Betrieb richten sich jetzt nach der Zahl der SAP-Nutzer und nach dem genutzten Speichervolumen. Den „Verbrauch“ der beiden Leistungseinheiten liest der Dienstleister jeweils an einem Stichtag ab, dieser Wert ist die Grundlage für die Abrechnung.
Neue Aufträge und Änderungen hinsichtlich der SAP-Infrastruktur kommuniziert die Keiper-IT über ein elektronisches System. Dabei handelt es sich um ein hochgradig automatisiertes System, das Nachfragen auf beiden Seiten nahezu überflüssig macht. Doch wenn es ganz dringend ist, greift Höwener auch mal zum Telefon.
So musste Keiper vor kurzem in Brasilien kurzfristig für einen Zeitraum von drei Monaten ein temporäres Testsystem für ein Projekt aufsetzen. Vertraglich vereinbart ist für eine solche Neuanforderungen eine Vorlaufzeit von zehn Arbeitstagen. Doch das reichte Keiper nicht – und nach einem Telefonat mit dem Dienstleister stand das Testsystem bereits nach fünf Tagen zur Verfügung.
Ein weiteres Projekt befindet sich noch im Planungsstadium: Der chinesischen Keiper-Produktionsstandort in Quingpu in der Nähe von Shanghai soll an das im deutschen Rechenzentrum betriebene SAP-System angeschlossen werden. Klar ist damit schon jetzt, dass Keiper dafür keine IT-Infrastruktur aufbauen und kein Betriebspersonal einstellen muss.





