Mehr Risiken für Autozulieferer in China

Chinesische Autozulieferer machen dem Weltmarktführer Deutschland zunehmend Konkurrenz. Foto: Messe Frankfurt.automotiveIT

Chinesische Autozulieferer machen dem Weltmarktführer Deutschland zunehmend Konkurrenz. Foto: Messe Frankfurt.

Fast 20 Prozent der Umsätze der Zulieferer in Europa sind schon von der Entwicklung des chinesischen Marktes abhängig, lautet das Fazit von Analysen der Unternehmens- und Strategieberatung Roland Berger.

Danach werden bis 2015 in China mehr als 18 Millionen Fahrzeuge an Privatpersonen verkauft. Dennoch zeichne sich ab, dass sich das Wachstum deutlich abschwächen werde. Für westliche Automobilzulieferer ergäben sich daraus drei wichtige Erfolgsfaktoren: eine vorsichtige Absatzplanung, Berücksichtigung der Lokalisierungsbestrebungen der OEMs und ein an den Markt angepasstes Geschäftsmodell.

Nach dem starken Wachstum des Privatwagenmarkts von jährlich 35 Prozent zwischen 2001 und 2007 seien die Privatwagenverkäufe infolge der weltweiten Wirtschaftskrise 2008 deutlich zurückgegangen. „Dank des staatlichen Programms zur Förderung des Automobilabsatzes konnte in 2009 aber ein Absatzplus von über 50 Prozent erzielt werden“, so Berger-Experte Marcus Hoffmann.

Automobilzulieferern empfiehlt Roland Berger, ihre Absatzmengen für 2011 sehr vorsichtig zu planen und dazu Szenario-Methoden zu nutzen, weil die Wachstumsraten in den kommenden Jahren deutlich geringer ausfielen. Das China-Geschäft werde 2011 für europäische Zulieferer kein verlässlicher ausgleichender Faktor mehr sein, um Umsatzeinbußen im Heimatmarkt zu kompensieren.

Außerdem verlagerten die Automobilhersteller immer mehr Produktionskapazitäten nach China. Daraus ergebe sich für die OEMs ein starker Druck, Zulieferteile direkt in China zu beziehen. „Die Lokalisierungsquote dürfte jährlich um drei bis fünf Prozent steigen und schmälert die Menge der aus Europa bezogenen Teile“, heißt es bei Berger weiter.

„Westliche Automobilzulieferer sollten die potenziellen Auswirkungen der zunehmenden Verlagerung in Richtung der lokalen chinesischen Märkte genau beobachten“, rät Hoffmann. Nicht zuletzt machten auch die steigenden Arbeitskosten und die anziehenden Wechselkurse Teileexporte aus China weniger attraktiv. Zudem stiegen die fachliche Kompetenz und die F&E-Kapazitäten in China ständig. Hoffmann: „Der Trend bei chinesischen Zulieferern geht daher klar hin zu Aktivitäten mit höherer Wertschöpfung.“

„Westliche Automobilzulieferer sind gut beraten, das Geschäftsmodell für ihr China-Geschäft genau zu prüfen und anzupassen, um ihre Position auf dem chinesischen Markt halten zu können“, so das Fazit der Experten.


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