Das Zusammenspiel unterschiedlicher Technologien ist am besten geeignet, um den CO2-Ausstoß im Transportsektor zu verringern. Das ist das zentrale Ergebnis einer neuen Studie von Roland Berger Strategy Consultants ,,Truck Powertrain 2020 – Mastering the CO2 Challenge”.
,,Angesichts sinkender Ölreserven, steigender Kraftstoffpreise und des zunehmenden Umweltbewusstseins in Politik und Öffentlichkeit muss die Entwicklung alternativer Antriebstechnologien dringend vorangetrieben werden. Schon heute ist eine enge Koordination zwischen Regierung und OEMs notwendig, um ambitionierte Ziele zukünftig auch realistisch erreichen zu können”, erklärt Norbert Dressler, Partner bei Roland Berger Strategy Consultants und Experte für alternative Antriebstechnologien für Nutzfahrzeuge.
Mittelschwere und schwere Nutzfahrzeuge haben einen Anteil von über 20 Prozent an den CO2-Emissionen des Transportsektors und spielen daher eine wesentliche Rolle. Die Entwicklung von CO2-Emissionstechnologien für Nutzfahrzeuge erweist sich als eine besondere Herausforderung, die technischen Veränderungen werden anders ausgerichtet sein als etwa für Personenkraftwagen. Die derzeit diskutierten Emissionsziele können deshalb nur durch eine sinnvolle Kombination von Maßnahmen erreicht werden, meinen die Analysten von Roland Berger.
Die Studie ergab, dass Fahrzeugverbesserungen deutlich zur Senkung der CO2-Emissionen beitragen können, und das bei einerAmortisationszeit von unter drei Jahren. Dazu gehören aerodynamische Ausstattungen wie Dachspoiler, Seitenverkleidungen, Unterbodenschutz und rollwiderstandsarme Reifen. Je nach Fahrzeugsegment und Anwendung lässt sich dadurch insgesamt eine Kraftstoffreduktion von bis zu 15 Prozent erreichen.
Die Weiterentwicklung der Antriebstechnik werde derzeit in den Triade-Märkten (Europa, Nordamerika, Japan) optimiert. Damit seien jedoch lediglich Verbesserungen von bis zu fünf Prozent zu erwarten. In den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) könnte bis 2020 die Einführung dieser Antriebstechnologien die CO2-Emissionen gegenüber den Werten für 2007 um bis zu 20 Prozent senken. Bei den Hybridantrieben sei noch mehr Entwicklungszeit nötig. Mittelfristig sei die Profitabilität dieser Technologie aber durch die mit zunehmendem Volumen sinkenden Systemkosten und die steigenden Dieselpreise gesichert. Deshalb dürften Hybridantriebe bis 2020 in mehreren Segmenten Einzug halten.
Der Studie zufolge hat die Brennstoffzellentechnologie noch mit großen Herausforderungen bei den Kosten zu kämpfen, weshalb mit einer breit angelegten Einführung vor 2020 nicht zu rechnen sei. Auch alternative Kraftstoffe sollten eine wichtige Rolle bei der Senkung der CO2-Emissionen spielen. Bis 2020 dürfte Diesel allerdings weiterhin die wichtigste Energiequelle bleiben, da sein Preis von den alternativen Kraftstoffen in der Regel noch nicht unterboten werden kann.





