80 hochkarätige Teilnehmer aus der Automobilindustrie beteiligten sich engagiert am Open Space in Stuttgart.
Am 17. Juni 2010 veranstaltete T-Systems zusammen mit der Uni St. Gallen und automotiveIT das erste Open Space („automotiveRELOADED“) – ein Experiment. Die 80 hochkarätigen Teilnehmer aus der Automobil-industrie wussten vorab nämlich nicht, was bei diesem Automotive-Community-Event auf sie zukam. Kein vorgefertigtes Programm, keine Vorträge – alles war offen. Nur das Thema war mehr oder weniger „definiert“: Web 2.0 und die Mobilität von morgen.
Und das Open Space setzte die Grundidee sofort um. In kleinen, spontan gebildeten Gruppen wurden die Themen dazu selbst definiert. Der Kreativität waren dabei keine Grenzen gesetzt. Offenheit bestimmte die Atmosphäre zwischen den Teilnehmern. Jeder konnte seine Ansichten und Vorstellungen frei einbringen. „Wir waren sehr gespannt darauf zu sehen, ob und wie sich Vertreter aus Industrieunternehmen auf die Veranstaltungsform Open Space einlassen“, sagte Thomas Spreitzer, Marketingleiter von T-Systems. Das Konzept ging auf. Die Community agierte frei von den üblichen Zwängen – mit erstaunlichen Resultaten.
Der Einfluss der Informationstechnologie auf die Mobilität wurde dabei ebenso engagiert diskutiert wie die Elektromobilität und neue Konzepte in der Supply Chain. Selbst eine Welt ohne Autos wurde angedacht. Querdenken war also angesagt – fernab von Unternehmenspolitik und Leitlinien. Zudem rückte auch das Zusam-menwirken verschiedener Branchen in den Fokus der Diskussionen. Sind künftig Informations- und Kommunikationstechnologie und Autoindustrie noch unabhängig von einander vorstellbar oder entwickelt sich langsam ein Geflecht, ein Wissens- und Ideenpool für die Mobilität von morgen?
Open Space selbst zeigt, wie sich auch die Arbeitswelt in den nächsten Jahrzehnten durch den Einfluss von Web 2.0 verändern wird. Abgeschottete Informationen, Herrschaftswissen und Hierarchiedenken werden sich nicht mehr länger halten. Wer künftig erfolgreich agieren will, kommt um das Thema Vernetzung und Dialog nicht mehr herum. „Es muss unser aller Grundprinzip sein, die interdisziplinäre Kommunikation und den Branchendialog zu fördern“, erklärte Dominik Ortlepp, Herausgeber der automotiveIT dazu.
Und die Reaktionen der Teilnehmer bestätigen das. Viele sahen Open Space als mutig und wegweisend an, weil die Diskussionen offen, kreativ und branchen-übergreifend geführt wurden. Das Experiment Open Space wird deswegen im Herbst fortgesetzt. Thomas Spreitzer warb dafür, die interdiszipliäre Diskussion via Facebook, Xing und Twitter bis dahin weiter fortzuführen. Pläne, dieses Forum auf weitere Branchen zu übertragen, existieren bereits. Man darf gespannt sein.
































