Outsourcing gewinnt in der IT weiter an Bedeutung, doch die großen Provider haben Marktanteile eingebüßt. Das belegt eine aktuelle Studie des Marktanalyse- und Beratungsunternehmens Pierre Audoin Consultants (PAC).
Mit rund 17 Milliarden Euro werden im Jahr 2010 in der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) etwa 4,5 Milliarden mehr mit IT-Outsourcing-Leistungen umgesetzt als noch 2005. Der Anteil an den gesamten IT-Ausgaben ist im selben Zeitraum von 9 auf 13 Prozent gestiegen. Doch die meisten etablierten Provider haben Marktanteile eingebüßt, teilweise zugunsten einzelner Wettbewerber, insbesondere aber gegenüber einer großen Anzahl von „Newcomern“.
Gerade in einem Dienstleistungssegment wie Outsourcing, das zu weiten Teilen von Größeneffekten lebt, dominieren in der Regel wenige große Provider den Markt. Die Top 5 machen beispielsweise knapp 45 Prozent des Marktes in Deutschland unter sich aus, in Österreich sogar fast 70 Prozent. Der Rest des Marktes ist recht fragmentiert, die Zahl der Outsourcing-Anbieter geht allein in der DACH-Region gegen 100.
In der gesamten Region DACH hält sich IBM auf Platz 1, sehr dicht gefolgt von T-Systems (ohne Berücksichtigung konzerneigener Umsätze). HP, Siemens SIS (ebenfalls ohne kaptive Umsätze) und Atos Origin folgen mit etwas Abstand. Der Schweizer Markt wird angeführt von IBM mit fast 19 Prozent Marktanteil, gefolgt von Swisscom IT Services, HP und T-Systems. Accenture und CSC folgen auf den Plätzen fünf und sechs.
In Österreich dagegen lässt Siemens SIS mit einem Marktanteil von 23 Prozent die wichtigsten Wettbewerber deutlich hinter sich: IBM, Raiffeisen Informatik, HP und T-Systems. Im weitaus größten Markt Deutschland behauptet sich weiterhin T-Systems mit fast 13 Prozent Marktanteil auf Platz eins, dicht gefolgt von IBM. HP, Siemens SIS, Atos Origin und Fujitsu.
Die Dominanz einiger weniger Outsourcing-Riesen ist offensichtlich. Allerdings zeigt die Entwicklung der Marktanteile der führenden Anbieter seit 2005, dass diese Dominanz durchaus bröckelt. HP beispielsweise hat durch die Übernahme von EDS in allen Märkten stark hinzugewonnen. Bei einer Betrachtung allerdings schon für 2005 inklusive EDS hat HP Marktanteile verloren. IBM hat sich in Österreich und Deutschland seit 2005 behauptet, in derSchweiz leicht verloren.
T-Systems musste in allen drei Ländern Marktanteile an Wettbewerber abtreten. Siemens SIS hat im betrachteten Zeitraum sowohl in der Schweiz als auch in Österreich Marktanteile hinzugewonnen; im Heimatland dagegen büßte auch der zweite deutsche „Local Hero“ leicht ein. Atos Origin wuchs in der Schweiz, hat in Deutschland und Österreich aber verloren. Auch CSC machte in der Schweiz Boden gut, während die Anteile in Deutschland leicht sanken. Capgeminis Marktposition blieb fast unverändert.
Marktanteile hinzugewonnen haben häufig Firmen, die von einer vergleichsweise geringen Umsatzbasis starteten. Dazu zählen etwa Accenture, Computacenter oder Wincor Nixdorf und Fujitsu in Deutschland. Aber die Großen der Branche verloren insbesondere auch Marktanteile an neue Anbieten, vor allem aus Indien. In der Schweiz finden sich mit Infosys, Tata TCS, Mahindra Satyam und Wipro bereits vier Provider mit indischen Wurzeln unter den Top 20 Outsourcern.
Auch gibt es immer mehr Hard- und Softwarefirmen, die ihre Produkte „as-a-Service“ anbieten, dazu „E-Business“-Firmen à la Google und Amazon sowie Telekom-Unternehmen mit IT-Services-Geschäft, Systemhäuser, die ins Managed-Services-Geschäft vordringen und spezialisierte BPO-Provider. „Der Kuchen wächst, aber die Stücke werden kleiner”, kommentiert PAC-Analyst Karsten Leclerque diese Entwicklung.




