RFID macht Transporte schnell und sicher

Die Hochtechnologie „Radio Frequency Identification“ (RFID) strotzt nur so vor Innovationspotenzial. In der Transportlogistik sind intelligente Mehrwegbehälter-Lösungen auf RFID-Basis zwar noch Zukunftsmusik – aber die Weichen für einen autonomen, selbstgesteuerten Materialfluss sind längst gestellt.

Das Internet hat es vorgemacht: Informationen werden unterwegs in kleinstmögliche Pakete zerlegt, die sich dann sozusagen auf eigene Faust bis zum Ziel durchschlagen und dort wieder zum ursprünglichen Daten-Pulk zusammengesetzt werden. Was bei der virtuellen Kommunikation längst ein alter Hut ist, soll zukünftig in ähnlicher Weise die physische Welt der Logistik revolutionieren. Und hier insbesondere die Trans-portlogistik.

Die dafür benötigte Technologie jedenfalls wird in Teilbereichen bereits verwendet: RFID gilt als innovative Schlüsseltechnologie, und nimmt man die Forscher beim Wort, so bereitet sie den Weg für einen dezentralen, autonomen und selbst-gesteuerten Material-und Warenfluss. Schon heute werden so genannte RFID-Tags – Funketiketten mit Antenne und Mikrochip, die gleich eine Fülle Informationen enthalten – für Mautsysteme, zur Bestandserfassung und Warensicherung im Einzel- und Großhandel oder für leichtere logistische Aufgaben eingesetzt. Und in globalen Supply Chains könnten sie als Transportbehälter-Applikationen irgendwann einmal ihre jeweiligen „Schützlinge“ ganz eigenverantwortlich von Absender zu Empfänger bugsieren.
Hierzu mit Transport- und Routingdaten über Adressat, Belieferungszeiten oder Streckennetz gefüttert, kurven intelligente Mehrweg-Boxen dann auf entsprechend angepassten, IT-basierten Logistik-Schienen selbstständig durchs „Internet der Dinge“. Und da jeder einzelne Behälter in einem Transportverbund weiß, wann er wo von wem erwartet wird, reist praktischerweise jeder für sich allein. Auf Nachzügler muss also nicht gewartet werden – die melden sich nämlich, falls es mal nicht so richtig weitergeht mit ihnen. In Sachen Schnelligkeit und Sicherheit würde die Transportlogistik damit ein völlig neues Niveau erreichen.
Freilich ist man noch nicht ganz so weit. Aber die Weichen sind gestellt. Im 2. Weltkrieg als „Sekundär-Radar“ zur Freund- Feind-Erkennung entwickelt und später kontinuierlich verfeinert, beruht das RFID-Prinzip auf der berührungslosen Kommunikation zwischen Transpondern und Lesegeräten via elektromagnetische Wellen. Die Reichweite kann dabei bis zu ein paar Meter betragen. Für die Logistik-Kette heißt das: Sobald ein mit einem RFIDEtikett ausgestattetes Objekt an einer Schnittstelle in den Empfangsbereich eines Readers kommt, stellt es sich erst einmal vor und teilt mit, was es vorhat und wo es langgeht. In Subsystemen wie experimentellen Stetigförder- und Sortieranlagen klappt das schon ziemlich gut.

Gegenüber Barcodes bieten RFID-Tags einen alles entscheidenden Vorteil: Sie sind wiederbeschreibbar und können dank der rasanten Evolution von Speichermedien gleich einen Riesenbatzen relevanter Informationen handlen. Auch lassen sie sich potenziell mit Sensoren etwa zur Temperatur- oder Druckmessung kombinieren, werden eines Tages per Du mit Satelliten-Leitsystemen sein und docken unmittelbar an nicht minder innovative Lagerlogistik-Lösungen wie „Pick-by-Voice“ an.
Und bei all dem müssen Mehrweg-Transportbehälter nichts anderes tun, als außen eine ganz kleine Vertiefung zu haben, damit die aufgeklebten RFID-Etiketten vor Abrieb geschützt sind.


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