Lösungen für ,,drahtlose” Unternehmen und Datenbank-Kompetenz – dazu soll die kalifornische Firma Sybase, Spezialist für Unternehmenssoftware auf mobilen Endgeräten, dem deutschen Software-Konzern SAP verhelfen. Für 5,8 Milliarden Dollar wird SAP Sybase übernehmen, so vereinbarten es die Vorstände beider Unternehmen.
Der Verwaltungsrat von Sybase hat die Vereinbarung einstimmig gebilligt. Jetzt müssen noch die Aktionäre zustimmen, mit 65 Dollar je Aktie liegt das SAP-Angebot 44 Prozent über dem Börsen-Durchschnittskurs. Finanziert wird der Kauf aus Eigenmitteln und durch ein Bankdarlehen über 2,75 Milliarden Dollar. Damit wagt sich das neue SAP-Führungsduo Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe an den ersten großen SAP-Deal seit Jahren.
„Anwender wollen heute immer öfter auf ihre Geschäftsapplikationen über mobile Endgeräte zugreifen – gleich, ob es ein Planer in der Fertigung, ein Manager im Einzelhandel oder ein Unternehmer in einem Schwellenland ist“, erklärte Jim Hagemann Snabe. „Durch die Kombination von SAP und Sybase können Anwendungen auf führenden mobilen Endgeräten genutzt werden.”
Die Anzahl der potenziellen SAP-Anwender wird durch den Zukauf deutlich erhöht. Die Kunden von SAP können außerdem künftig das Messaging Network von Sybase nutzen. Mehr als 850 Betreiber stellen damit vier Milliarden mobilen Nutzern weltweit Informationen, Transaktionen und Werbung auf ihren Endgeräten zur Verfügung.
Mit Sybase steigt SAP auch in das Datenbank-Geschäft ein – nach Meinung vieler Beobachter ein Angriff auf den Konkurrenten oracle. Der liefert weltweit 40 Prozent der Datenbank-Software, dringt aber durch spektakuläre Zukäufe immer stärker in SAP-Geschäftsbereiche vor. Sybase ist mit geschätzten zwei bis drei Prozent bislang nur die Nummer vier im Datenbankgeschäft. Belebung könnte da die In-Memory-Technologie von SAP bringen. Das Walldorfer Unternehmen sichert seinen Kunden aber zu, für alle Lösungen und Produkte des Unternehmens auch weiter den Einsatz anderer Datenbanksysteme zu unterstützen.




