Scheer fordert aktive Zuwanderungs-Werbung

Professor August-Wilhelm Scheer

,,Wir haben derzeit ein Abschreckungsrecht gegen Zuwanderung“, kritisiert Professor August-Wilhelm Scheer. Der Präsident des High-Tech-Verbandes BITKOM fordert deshalb eine rasche Reform des Zuwanderungsrechts, um die Anwerbung  qualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland vor allem auch für die ITzu fördern.

Derzeit gibt es rund 28 000 offene Stellen für IT-Fachkräfte in der deutschen Wirtschaft, so Scheer. Allein seit dem Jahr 2007 seien in der IT-Branche trotz der Krise 2009 rund 50 000 zusätzliche Arbeitsplätze entstanden. „Einen Engpass an IT-Experten gibt es vor allem bei Hochqualifizierten“, sagte Scheer.

Konkret macht der BITKOM folgende Vorschläge:

Wegfall der Vorrangprüfung: Bei IT-Experten und Ingenieuren, in denen der Engpass besonders groß ist, sollte auf die Vorrangprüfung verzichtet werden.

Senkung der Einkommensgrenzen: Das Mindesteinkommen für den Erhalt einer dauerhaften Niederlassungserlaubnis sollte von 66 000 Euro im Jahr auf rund 40 000 Euro gesenkt werden. Das entspricht etwa dem Einstiegsgehalt von Informatikern und Ingenieuren.

Erleichterungen für Studierende: Wer in Deutschland ein Studium abschließt, sollte zwei Jahre Zeit haben, hier einen adäquaten Job zu finden. Bisher haben Hochschulabsolventen nur ein Jahr Zeit.

Einführung eines Punktesystems: Zusätzlich sollte ein Punktesystem den Zuzug von Fachkräften ermöglichen. Danach kann eine begrenzte Zahl von Hochqualifizierten auch ohne Arbeitsvertrag nach Deutschland einwandern, wenn sie Kriterien wie Qualifikation, Alter oder Sprachkenntnisse erfüllen. Die Kriterien und die Zahl der Zuwanderer werden je nach Bedarf und konjunktureller Lage festgelegt.

Start einer internationalen Marketingkampagne „Study and Work in Germany”: Die bestehenden Möglichkeiten der Zuwanderung müssen im Ausland aktiv beworben werden. Dazu sollten die wichtigsten Informationen zentral und mehrsprachig aufbereitet werden.


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