Technologie-Beratung kommt aus der Krise

Einen Großteil der Verluste des vergangenen Jahres wollen die führenden Anbieter von Technologie-Beratung und Engineering Services in diesem Jahr wieder wettmachen. Nach einem Umsatzrückgang von 8,3 Prozent erwarten die Top 25 der Branche in diesem Jahr ein Wachstum von 5,5 Prozent, so die aktuelle Lünen-donk-Liste 2010.

Marktführer bleibt EDAG mit 361,2 Millionen Euro Umsatz in Deutschland, aber nur noch hauchdünn vor Bertrandt (357,9 Millionen Euro). Auf den nächsten Plätzen folgen Ferchau und ESG vor Yacht Teccon (Randstad) und Tieto. Die MBtech Group fiel im Ranking von Platz vier auf acht zurück. Insgesamt gingen die Umsätze der Top 25 von 3,6 Milliarden Euro im Jahr 2008 auf 3,3 Milliarden Euro zurück (-8,3 Prozent). „Einige der Unternehmen profitierten durch Sonderfaktoren. Rechnet man diese Unter-nehmen heraus, beträgt der durchschnittliche Umsatzrückgang der führenden Anbieter -11,5 Prozent in 2009“, ergänzt Hartmut Lüerßen, Partner der Lünendonk GmbH.

Dabei haben sich die Dienstleister im Krisenjahr 2009 als wichtiger Flexibi-litätspartner der deutschen Industrie bewährt. So konnten beispielsweise die Hersteller im Bereich Automotive die Zahl ihrer Mitarbeiter in der Forschung und Entwicklung nicht nur halten, sondern von 85 683 auf 90 410 ausbauen. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung der deutschen Industrie-Unternehmen blieben mit 57,4 Milliarden Euro auf konstantem Niveau. Die Einsparungen trafen damit insbesondere die externen Dienstleistungspartner.

Der Gesamtmarkt dürfte nach Lünendonks Schätzungen von 2008 auf 2009 um etwa zwölf Prozent auf insgesamt 6,3 Milliarden Euro zurückgegangen sein. Für den Fünf-Jahres-Zeitraum 2010 bis 2015 sind die Erwartungen der Top 25 mit einem durchschnittlichen Marktwachstum von 7,7 Prozent auf hohem Niveau.
Trotz der Umsatzrückgänge beschäftigten die Top 25 in 2009 mit 37 469 Mitarbeitern lediglich 2,5 Prozent weniger Personal als im Vorjahr. „Entlassungen erzeugen für die Anbieter von Technologie-Beratung und Engineering Services nicht nur Kosten für die Neu-Rekrutierung“, analysiert Lüerßen die Situation. „Angesichts des strukturellen Fachkräftemangels in Deutschland bedeuten die Umsatzausfälle durch fehlendes Personal bei anziehender Nachfrage ein massives Wachstumshemmnis.“

Die detaillierte Studie 2010 „Führende Anbieter von Technologie-Beratung und Engineering Services in Deutschland“ auf  Basis der Befragungund Analyse von Strukturen, Strategien, Planungen und Restriktionen der 25 führenden und insgesamt etwa 50 Anbieter- Unternehmen in Deutschland wird die Lünendonk GmbH Anfang August vorlegen.


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