Telekom vernetzt Systeme für Autostrom

Neben Ladesäulen ist vor allem eine gute ICT-Infrastruktur Voraussetzung für das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen zu bringen: Die Datennetze und IT-Systeme der Energiekonzerne müssen dann den gesamten Ladeprozess abbilden und den Preis fürs Tanken in Echtzeit ausweisen – und da möchte auch die Telekom mitmischen.

,,Die Telekom sieht hier gute Chancen, die Systeme von Energieversorgern und Automobilherstellern miteinander zu vernetzen und so den Stromverbrauch beim Aufladen der Elektrofahrzeuge zuverlässig abzurechnen”, sagt Horst Leonberger, Leiter des Telekom Konzerngeschäftsfeld ,,Vernetztes Fahrzeug”.

Wettbewerb in diesem neuen Markt für Autostrom entsteht nur dann, wenn Besitzer von Elektroautos oder Flottenbetreiber ihre Stromtarife mit ihrem Versorger verhandeln und an jeder Zapfsäule auftanken können.

Ein Beispiel: Hat ein Fahrzeugbesitzer mit seinem Energieversorger einen Auto-Stromvertrag abgeschlossen, will er auch in ganz Deutschland oder gar Europa zu den vereinbarten Tarifen Strom tanken können. Lädt er sein E-Auto aber zum Beispiel in einem Parkhaus auf, das ein anderer Versorger mit Strom beliefert, müssen die Versorger den verbrauchten ,,Kraftstoff” untereinander abrechnen.

Dieses so genannte Roaming hat sich bereits im Mobilfunk bei Auslandsreisen bewährt. Da es jedoch mehr als 800  Stromversorger allein in Deutschland gibt, ist die Komplexität viel höher als in der Telekommunikationsbranche. Es braucht also stabile Softwaresysteme und europaweite Datennetze, die den gesamten Prozess der Stromlieferung und Abrechnung korrekt abbilden.

Genau hier will die Deutsche Telekom ihr Know-how einbringen. Im Mobilfunk- und Festnetzbereich übernimmt das Bonner Unternehmen für ausländische Roaming-Partner und selbst für inländische Wettbewerber den Abrechnungsprozess bis hin zum Drucken der Rechnungen, versendet diese oder übergibt elektronische Rechnungen in die Systeme der Provider.

Und so könnte es funktionieren: Das Auftanken eines Elektroautos beginnt mit der Identifikation an der Steckdose, um die spätere Rechnung korrekt auszustellen. Denn im Gegensatz zum Tanken an der Benzinzapfsäule soll das Bezahlen von getanktem Strom nicht bar erfolgen, sondern bargeldlos verbucht werden wie bei einer Telefonrechnung.

Da die Authentifizierung mit dem Austausch persönlicher Daten verbunden ist, gelten besondere Sicherheitsrichtlinien. Erst nach Prüfung der Kundendaten startet der Stromladevorgang. Dafür müssen die Stromsäulen mit den dahinterliegenden IT-Systemen der Versorger vernetzt sein.

Ist der ,,Tank” geladen, muss der Kunde die korrekte Strommenge und den Preis prüfen können. Mit einer Strom-Tank-App ist es technisch machbar, den Tankvorgang auf dem Bordcomputer des Autos zu überwachen und die Quittung im Display des Navigationssystems anzuzeigen.


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