Kein Polizist hat seine Hand im Spiel, wenn dem Autofahrer plötzlich ein Strafzettel wegen abgefahrener Reifen ins Haus flattert: Diese Vision steckt hinter einem Verkehrsüberwachungssystem, das jetzt im belgischen Gent seinen ersten Test mit Bravour bestanden hat. Die Sensoren in einer simplen Festplatte irgendwo auf der Straße haben den unter 1,6 Millimeter Profiltiefe abgefahrenen ,,Slick” registriert und eine Kamera informiert, die das Auto samt Kennzeichen fotografiert. Den folgenden Bußgeld-Bescheid erledigt ein entsprechend programmiertes System.
Die Installation der Festplatte dauert kaum zehn Minuten, auch in Parkhäusern oder vor Tiefgaragen. Da nimmt es kaum Wunder, dass die Polizei an derart zuverlässigen ,,Kollegen” sehr interessiert ist, in Belgien und Frankreich könnte das von der badischen Firma Procontour entwickelte System ,,TyreEye” schon bald installiert werden. Dabei ist aber die Endstufe bisher nicht erreicht. In Gent stand noch ein Polizist einen Kilometer hinter der Meßstelle und verdonnerte erwischte Autofahrer zu jeweils 135 Euro Bußgeld.
Aufmerksam gemacht hat ,,TyreEye” auch schon die Amerikaner. Denn kein Geringerer als Paul Otellini, CIO des IT-Konzerns Intel, nannte das System als ein Beispiel für Zukunftschancen im ,,Internet der Dinge”, als er auf einer Fachtagung in München ein gemeinsames Forschungsprojekt von Siemens, intel, acatech sowie den Branchenverbänden BITKOM, VDMA und ZVEI zu den Embedded Systems 2.0 mit aus der Taufe hob.




