Die Virtualisierungswelle rollt – auch in der Automobilindustrie. „Zwei Fragen sind in der aktuellen Marktsituation entscheidend: Wie kann ich die IT-Betriebskosten weiter reduzieren, und wie kann ich noch dynamischer auf Marktanforderungen reagieren? Eine Antwort darauf ist die Virtualisierung von CATIA-Arbeitsplätzen“, sagt Rolf Braun, Vorstand der CEMA AG. Das zeigt auch das Pilotprojekt, das die CEMA AG bei einem namhaften Automobilzulieferer realisiert.
Das international tätige Unternehmen entwickelt an mehreren Standorten einzelne Komponenten sowie komplette Modullösungen für neue Fahrzeug-Generationen. Es hat mit Hilfe der CEMA AG bereits Server und Speicher virtualisiert und dadurch die IT-Infrastruktur weitgehend konsolidiert. Jetzt sollen auch die kompletten Entwickler-Arbeitsplätze zentral bereit gestellt werden. Dank der virtualisierten Applikation kann das Unternehmen für jeden Standort die benötigte Anzahl von CATIA-Arbeitsplätzen bereit stellen – vom Rechenzentrum aus. Teure und häufig nicht voll ausgelastete lokale Installationen entfallen. Gleichzeitig wird der Verwaltungsaufwand für die IT nachhaltig reduziert. So muss beispielsweise nur noch eine Instanz jeder Applikation gewartet und aktuell gehalten werden.
Die Entwickler können von ihrem Endgerät flexibel auf jede beliebige CATIA-Version zugreifen. Das sichert einen reibungslosen Datenaustausch, der gerade in der mehrstufig vernetzten Automobilbranche essenziell ist. Denn das Konvertieren von Daten führt bei den Präzisionszeichnungen zu Genauigkeitsverlusten. „Diese Flexibilität wird immer wichtiger, da die Automobilhersteller in der Regel mit der neuesten CATIA-Version arbeiten. Bei Fahrzeugmodellen, die schon länger auf dem Markt sind, müssen Konstruktionsänderungen jedoch häufig in einer älteren Softwareversion vorgenommen werden“, erläutert Braun.
Externe Entwickler lassen sich durch den Zugriff auf eine virtualisierte CATIA-Umgebung einbinden, um Auftragsspitzen abzufangen oder um Fixkosten zu reduzieren. Da lediglich Bildschirminhalte, Tastatureingaben, Mausbewegungen und niemals „echte Konstruktionsdaten“ über das Internet laufen, sind alle Konstruktionsdaten umfassend geschützt.
Virtualisierung in der Autoentwicklung
27. April 2010





