Volkswagen-Chef Martin Winterkorn und zwei seiner VW-Vorstandskollegen werden zumindest vorerst nicht in den Aufsichtsrat von MAN gewählt.
Damit hat Volkswagen als Folge der Kritik von Kartellwächtern und Aktionären klein beigegeben. Wie VW- und MAN Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch zu Beginn der MAN-Hauptversammlung in München sagte, habe die EU-Kommission empfohlen, dass die drei Kandidaten Winterkorn, VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch und VW-Nutzfahrzeugvorstand Jochem Heizmann ihre Posten im MAN-Kontrollgremium erst nach der kartellrechtlichen Genehmigung der Übernahme einnehmen sollten, so Piech. Daraufhin sei ihre Kandidatur obsolet geworden, und sie stünden bis zur Freigabe des Fusionsvorhabens nicht zur Verfügung.
Alle drei Vorstände sitzen auch im Aufsichtsrat der schwedischen VW-Tochter Scania. Diesen Verstoß gegen die gute Unternehmensführung (Corporate Governance) war in die Kritik geraten. Nun sollen drei andere Kandidaten gewählt werden. Volkswagen will aus MAN und Scania eine Lastwagen-Allianz installieren.
Volkswagen hat seine Beteiligung an MAN kürzlich auf mehr als 30 Prozent aufgestockt und deshalb den anderen Aktionären ein Pflichtübernahme-Angebot gemacht. Das ist nach Meinung des MAN-Vorstandes zu niedrig – doch ansonsten sieht die MAN-Führung ein größeres Engagement von Volkswagen durchaus positiv.





