Das Herzstück der IT in vielen Unternehmen hat an Vitalkraft verloren: Viele Firmen haben über Jahre die Wartung ihrer SAP-Landschaft vernachlässigt, so eine Studie des Technologie- und Outsourcing-Dienstleisters Accenture.
Durch Konsolidierung ließe sich die Leistungsfähigkeit der Systeme deutlich steigern, die Kosten für den Betrieb um bis zu 20 Prozent senken. Das Unternehmen werde beweglicher und wettbewerbsfähiger, wenn es wildgewachsene Systeme und Datenbestände vereinheitliche, so Accenture.
Laut Studie haben das zwei Drittel der IT-Verantwortlichenm erkannt. Doch nur etwa jeder Dritte plant, Abhilfe zu schaffen.
,,Heterogene SAP-Landschaften haben zwei große Wettbewerbsnachteile für Unternehmen”, sagt Jan-Henning Krumme, Geschäftsführer für den Bereich SAP bei Accenture. ,,Erstens verursachen sie höhere Kosten als nötig für Betrieb und Wartung. Zweitens machen sie ein Unternehmen unbeweglicher. Es kann daher langsamer in neue Geschäftsfelder und Märkte expandieren.”
Um Geschäftsabläufe wie Personalverwaltung, Rechnungswesen und Kundenbeziehungsmanagement zu steuern, verwenden viel Unternehmen im deutschsprachigen Raum SAP-Software. Damit Systeme und Anwendungen so leistungsfähig wie möglich bleiben, muss ein Unternehmen sie regelmäßig aufeinander abstimmen und warten.
In den vergangenen Jahren seien die Landschaften aus SAP- Systemen und -Anwendungen aber in vielen Unternehmen wesentlich komplexer geworden, ohne dass sie dabei ausreichend gewartet und abgestimmt worden seien, so Accenture.
Immer neue Anwendungen würden installiert, weitere Module hinzugefügt. Durch Integration von Standorten, Partnern und aufgekaufter Firmen hätten Unternehmen häufig parallele Systeme aufgebaut. In drei Viertel der Großunternehmen gebe es heute bereits mehrere zentrale SAP-Systeme. Bei einigen seien es mehr als 50.
,,Allein 20 Prozent der Betriebskosten für SAP-Systeme lassen sich durch eine reine Konsolidierung der Systeme einsparen”, sagt Jan-Henning Krumme. Zwar erkennen die IT-Verantwortlichen die mangelnde Fitness ihrer SAP-Systeme: 62 Prozent der in der Studie Befragten halten es für dringend geboten, Geschäftsprozesse zu vereinheitlichen, die von SAP-Anwendungen unterstützt werden.
51 Prozent sehen den Bedarf, die in den Systemen hinterlegten Geschäftsdaten zu harmonisieren. 44 Prozent halten eine technische Konsolidierung für erforderlich, also das Zusammenlegen von Rechenzentren und die Migration zu Mehrmandanten-Systemen.
Doch planen deutlich weniger, die Optimierung in den kommenden 24 Monaten auch anzugehen: 31 Prozent wollen Prozesse vereinheitlichen; 29 Prozent planen Daten zu harmonisieren; 22 Prozent wollen Rechenzentren und Server konsolidieren.
Die Hindernisse bei der Entschlackung der SAP-Systemlandschaft sind laut den befragten IT-Verantwortlichen der zu erwartende hohe Aufwand (53 Prozent), fehlendes Budget (49 Prozent) und Widerstände der Geschäftsbereiche (47 Prozent), deren Prozesse betroffen sind.
Für die Studie ,,Optimierung von SAP-Systemlandschaften” hat Accenture IT-Verantwortliche von 101 Unternehmen mit mehr als 2 000 Mitarbeitern aus den Ländern Deutschland, Österreich und Schweiz (DACH) befragen lassen. Die Erhebung führte Hoppenstedt Firmeninformationen im Sommer 2010 durch.





