Automobilindustrie fehlt Know-How
| von Pascal Nagel

Lediglich 27 Prozent der Top-Entscheider auf Vorstands- oder Aufsichtsratsebene im Automobilsektor glauben, dass ihr Unternehmen bereits die richtige Struktur aufweist, um die digitale Transformation erfolgreich durchzuführen. Über die Hälfte (56 Prozent) gibt als Grund an, dass ihnen zurzeit noch das geeignete Personal für die Definition einer unternehmensweiten Digitalstrategie fehlt. Das geht aus einer aktuellen Studie der Personalberatung Russell Reynolds Associates hervor, in deren Rahmen 210 Führungskräfte auf Vorstandsebene und von 230 Aufsichtsräte der weltweit größten OEMs und Zulieferer befragt und analysiert wurden. 

„Die Automobilbranche benötigt dringend mehr Führungskräfte mit digitaler Kompetenz“, so Boris Jary, Managing Director im Bereich Automotive bei Russell Reynolds. Laut den Experten weise jedoch nur ein einziger der 230 untersuchten Aufsichtsräte profunde digitale Expertise auf. Die Analysten machen diesen Umstand vor allem an der Altersstruktur der Aufsichtsräte fest: Zwei Drittel sind 60 Jahre und älter, jeder vierte Aufsichtsrat sogar älter als 68 Jahre. 

Problematisch sei im Hinblick auf bevorstehende disruptive Veränderungen zudem, dass 87 Prozent der CEOs Eigengewächse des jeweiligen Konzerns seien. Lediglich 8 Prozent der Konzern-Chefs kommen nicht aus der Automobilindustrie, so die Studie weiter. „Die Chefs der Automobilkonzerne von morgen müssen mehr als Benzin im Blut haben“, gibt Walter Friederichs, Global Leader Automotive bei Russell Reynolds, zu bedenken. „Auch auf höchster Führungsebene sind die Erfahrungen aus anderen Industrien, beispielsweise Technology, Telco sowie Consumer, künftig unverzichtbar.“

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