Europa verschläft Big Data
| von Werner Beutnagel

Nur 13 Prozent aller Industrieunternehmen haben Big Data-Analysen bereits in die eigenen Unternehmensprozesse eingebunden, so eine Studie des Beratungshauses BARC. Weltweiter Spitzenreiter ist Nordamerika, wo entsprechende Prozesse in 28 Prozent der Betriebe etabliert wurden. Ergänzt man die erhobenen Zahlen um durchgeführte Pilotprojekte beträgt der Wert sogar mehr als 50 Prozent – Europa liegt im Vergleich hierzu deutlich zurück: In 16 Prozent aller Unternehmen seien entsprechende Technologien bereits eingeführt worden, weitere 23 Prozent haben Pilotprojekte durchgeführt Die DACH-Region schneide selbst im Vergleich zum europäischen Mittel, so ein weiteres Studienergebnis, unterdurchschnittlich ab (14 beziehungsweise 20 Prozent).

Hauptprobleme für den Einsatz von Analyselösungen für große Datenmengen seien mangelndes fachliches (53 Prozent) und technisches Wissen (48 Prozent). Ein knappes Drittel der Unternehmen mit vorhandenen Big Data-Projekten plant dementsprechend Neueinstellungen – ein Vorhaben, für das laut BARC bislang allerdings noch zu wenig Experten zur Verfügung stehen. Ein entscheidender Faktor für die Durchführung von Big Data-Projekten sei derweil das Management: In Unternehmen, die entsprechende Analysen bereits in eigene Prozesse integriert haben, sehen 61 Prozent der Befragten die eigene Führungsetage als Treiber und Vordenker. Deutlich seltener seien Fachbereiche Initiator für den Einsatz von Big Data-Tools. Im Zentrum entsprechender Maßnahmen stehe dabei vor allem der Kunde, so die Studienautoren – So seien vor allem Marketing (25 Prozent) und Vertrieb (23 Prozent) die Bereiche, in denen geplante oder realisierte Big Data-Analysen stattfinden.