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BMW setzt in der eigenen Logistik künftig verstärkt auf fahrerlose Transportsysteme. Bild: BMW

| von Hilmar Dunker

Die BMW Group baut die Logistik nachhaltig um. Künftig wollen die Münchner die Möglichkeiten der Digitalisierung noch intensiver nutzen. Damit einhergehend soll die komplette Logistikkette optimiert und effizienter gestaltet werden. Das übergeordnete Ziel: die vollständige Transparenz der Lieferkette. Zu jedem Zeitpunkt muss es möglich sein, zu bestimmen, wo die Ware ist oder ob sie pünktlich eintrifft. „Logistik ist das Herzstück des BMW Produktionssystems. So wird der Einsatz innovativer und digitaler Technologien zum Schlüsselfaktor innerhalb der komplexen Logistikprozesse“, sagt Jürgen Maidl, Leiter Logistik im BMW Group Produktionsnetzwerk. Die Connected Supply Chain, wie BMW sein Konzept nennt, berechnet je nach Situation automatisch alternative Handlungsoptionen und verknüpft sie mit den passenden Maßnahmen. Möglich macht es eine vollständige Datentransparenz.

Das Spektrum an Technologien, das im Rahmen der Connected Supply Chain künftig eingesetzt wird, reicht von Augmented Reality-Brillen bis zu autonom fahrenden Transportsystemen. Erste selbstfahrende Roboter, so genannte Smart Transport Robots (STR), kommen bereits im Werk Wackersdorf zum Einsatz. Sie bewegen Bauteile durch die Logistik. Die Besonderheit: Die STR sind nicht mehr auf die Induktionsschleifen im Boden angewiesen, sie orientieren sich viel mehr mit Hilfe von Funksendern. Die Transporter bewegen sich somit völlig frei durch die Halle. Der Clou: In den STR verwendet BMW gebrauchte Batterien aus dem i3. Das Potenzial der E-Transporter reicht aus, um 500 Kilo schwere Behälter durch die Werkshalle zu bewegen. Beim sensorgesteuerten STR handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt, das BMW zusammen mit dem Fraunhofer Institut IML auf die Räder gestellt hat. Im nächsten Entwicklungsschritt sorgt laut Angaben des Unternehmens eine 3D-Kamera für noch präzisere Bewegungen im Raum.

Ein weiteres Konzept wird derzeit im Werk Dingolfing getestet. Im Rahmen eines Pilotprojekts probiert das Unternehmen autonome Routenzüge in der Montage aus. Die selbstnavigierenden Fahrzeuge werden zur Versorgung in der Montagelogistik eingesetzt; sie legen die längeren Distanzen zwischen den Lagern zurück. Gesteuert werden die Routenzüge via Lasersignale – der Zug baut sich in Echtzeit ein 2D-Bild auf und orientiert sich mithilfe dieser Information selbstständig im Raum.

Doch die Connected Supply Chain soll am Ende des Tages auch umweltschonend sein. „Uns sind nachhaltige und ressourcenschonende Lösungen wichtig. Wir erproben mit einer ganzen Reihe von Projekten schon heute die Technologien von morgen“, erklärt Jürgen Maidl. Die Logistik soll so zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der BMW Group beitragen.

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