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Die Vernetzung und Digitalisierung des Autos ist derzeit der Toptrend der Branche. Bild: Intel/Mobileye

| von Werner Beutnagel

Dies geht aus einer Studie der Unternehmensberatung KPMG hervor, für die 1.000 Entscheider der Automobil- und Technologiebranche sowie 2.000 Konsumenten befragt wurden. Gleichzeitig wandele sich die Rolle der Autohersteller nach Ansicht der Befragten zunehmend von der eines Gestalters der technologischen Entwicklung hin zu einem Vollstrecker regulatorischer Vorgaben. 77 Prozent der Branchenexperten sind hierbei der Meinung, dass Aufsichtsbehörden und Industriepolitik die Agenda der Hersteller in Zukunft maßgeblich mitbestimmen würden. Dabei trauen die asiatischen Nationen und die USA den eigenen Regierungen mehr zu als die europäischen Länder: 83Prozent der Experten in China und 81 Prozent in den USA sind der Ansicht, ihr Land verfolge eine klare politische Linie für die Autoindustrie. In Westeuropa ist nur die Hälfte der Befragten dieser Meinung.

„Wir werden uns von der Vorstellung verabschieden müssen, dass sich absehbar eine weltweitführende Antriebstechnologie herausbildet. Viel wahrscheinlicher ist, dass die Verteilung der Antriebsformen/Technologien sich von Land zu Landunterscheiden und auch stark von der nationalen Branchenaufsicht bestimmt werden“, erklärt Dieter Becker, Global Head of Automotive bei KPMG. Abgesehen davon spielt die Verfügung von Rohstoffen natürlich eine wichtige Rolle. Länder mit großen Öl- und Gasvorkommen wie die USA setzen eher auf die Brennstoffzelle. China mit viel Stromkapazitäten bevorzugt entsprechend den Batterieantrieb.“

Ein weiteres Studienergebnis: Zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) sind der Ansicht, dass der Anteil westeuropäischer Hersteller an der weltweiten Autoproduktion von heute rund 15 Prozent bis 2030 auf nur noch fünf Prozent abnehmen wird.Auch der Handel verliert zunehmend an Bedeutung: Rund die Hälfte der Befragten vermutet, dass die Zahl der Händler vor Ort um 30 bis 50 Prozent schrumpfen werde oder viele Standorte ihr Geschäftsmodell gründlich ändern müssten.

Die Hersteller müssten sich in Zukunft auf einen stärkeren Konkurrenzkampf und sinkende Marktanteile einstellen, wenn sie sich nicht auf neue Gegebenheiten einstellen, so Branchenexperte Becker. „Das Gewicht verlagert sich weiter hin zu den ICT-Unternehmen: Die Marktkapitalisierung der 15 größten Technologieunternehmen war 2018 fast fünf Mal so hoch wie die der 50 größten Autohersteller und –zulieferer. Letztes Jahr war sie noch dreieinhalb mal so hoch. Das zeigt, wie rasant sich das Gewicht hier verschiebt. Kein Unternehmen wird auf Dauer noch die gesamte Wertschöpfungskette alleine abbilden können.“ Dementsprechend setzt sich unter den Branchenexperten auch die Überzeugung durch, dass eine Zusammenarbeit zwischen traditionellen Herstellern und Internet- beziehungsweise Technologieunternehmen unausweichlich ist. Zwei Drittel der Befragten (65 Prozent) glauben an Kooperation statt Konkurrenz, in China sind es sogar 84 Prozent. Vor allem die Zusammenarbeit mit Unternehmen aus konvergierenden Branchen erscheint hierbei erfolgversprechend (56 Prozent), knapp gefolgt von Joint Ventures und strategischen Allianzen (jeweils 43Prozent).

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