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Damit die vernetzte Produktion nicht zum Spielball von Cyber-Angreifern wird, hat das Fraunhofer IOSB ein IT-Sicherheitslabor eingerichtet. Bild: Fraunhofer IOSB

| von Pascal Nagel

Industrie 4.0 ist eines der Top-Themen in der Automobilindustrie. Die zunehmende Vernetzung der Produktion steigt das Risiko externer Zugriffe und Manipulationen. Mit einem speziell für Produktions- und Automatisierungstechnik ausgestatteten IT-Sicherheitslabor bietet das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB in Karlsruhe nun eine gesicherte Testumgebung, um potentielle Angriffe auf Produktionsnetze nachzustellen, die Auswirkungen zu untersuchen und so neue Strategien und geeignete Abwehrmaßnahmen abzuleiten.

„Die IT-Sicherheit in der industriellen Produktion muss ganz andere Randbedingungen berücksichtigen, die in der Office-IT so nicht gegeben sind“, sagt Birger Krägelin, Projektleiter des IT-Sicherheitslabors am IOSB. Die Steuerung von Produktionsanlagen in Echtzeit stellt etwa solche besonderen Anforderungen: „Beispielsweise ist es möglich, dass der Einbau bekannter Sicherheitsmaßnahmen aus der Office-Umgebung zwischen Maschinen den Versand von Nachrichten verzögert. Das kann dazu führen, dass Förderbänder langsamer laufen, Ventile verzögert schließen, Lichtschranken falsch auslösen, Drehzahlen von Motoren sich erhöhen oder Steuerungskomponenten ausfallen“, erklärt Krägelin.

Damit das IT-Sicherheitslabor möglichst realitätsnahe Lösungen garantieren kann, wurde es durch das Fraunhofer IOSB entsprechend ausgestattet: So verfügt es über eine eigene Modellfabrik mit realen Automatisierungskomponenten, die eine simulierte Produktionsanlage samt Förderbändern, Elektromotoren, Roboter und Hebeeinrichtungen steuern. Alle Netzwerk-Ebenen einer Fabrik sind mit typischen Komponenten vorhanden, darunter Firewalls, Schaltungen und Komponenten für kabellose Bauteile. Eine eigene Private Cloud erlaube es den Experten des IOSB, unterschiedliche Konfigurationen flexibel einzurichten und die Modellfabrik auf verschiedene Szenarien einzustellen, teilt das Fraunhofer-Institut in Karlsruhe mit.