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Die Vernetzung der Produktion kann Kostenvorteile mit sich bringen. Bild: Bosch

| von Yannick Tiedemann

Unter dem Stichwort Industrie 4.0 versuchen sich die Unternehmen derzeit verstärkt auf den digitalen Wandel vorzubereiten. Doch die Vernetzung der Produktion bietet darüber hinaus großes Einsparpotenzial: Laut einer aktuellen Umfrage des Digitalverbandes Bitkom erwartet fast die Hälfte der 400 befragten Industrieunternehmen (47 Prozent), die Industrie 4.0-Anwendungen nutzen oder dies planen, hierdurch sinkende Kosten. Weitere 31 Prozent rechnen mit gleichbleibenden, 22 Prozent gar mit steigenden finanziellen Belastungen im Zuge der Digitalisierung.

„Dank IT können in der Fabrik der Zukunft Arbeitsprozesse intelligenter organisiert, Kapazitäten besser ausgelastet und Wartungsfenster vorausschauender geplant werden“, sagt Wolfgang Dorst, Bereichsleiter Industrie 4.0 beim Bitkom. „Durch die insgesamt effizientere Organisation fallen in der vernetzten Fabrik auch weniger Kosten an. Das haben viele Unternehmen bereits erkannt.“ Das drückt sich auch den Zahlen des Bitkom aus: 62 Prozent der befragten Unternehmen in den industriellen Kernbranchen nutzen heute bereits entsprechende Anwendungen oder planen dies.

In Sachen Einsparmöglichkeiten scheint die Automobilindustrie am vorsichtigsten: Nur 38 Prozent sehe hier ein verstärktes Potenzial durch Industrie 4.0. Demgegenüber erwarte mehr als die Hälfte der Elektrotechnik-Firmen (52 Prozent) sinkende Kosten. Im Maschinen- und Anlagenbau seien es laut Bitkom 49 Prozent, in der Chemiebranche 40 Prozent. „Zusätzlich zu dem Einsparpotenzial ermöglicht die intelligente Vernetzung von Produktion und Produkten außerdem völlig neue Geschäftsmodelle und damit Einnahmequellen – etwa durch die Herstellung von hochindividualisierten Produkten nach Kundenwunsch“, so Dorst.