| von Pascal Nagel

Industriespionage und Patentverletzungen schädigen Automobilhersteller und -zulieferer deutlich häufiger als Unternehmen anderer Branchen. Dies geht aus einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers (PwC) zum Thema „Wirtschaftskriminalität in der Automobilbranche“ hervor. 

Demnach sei jedes fünfte deutsche Unternehmen der Automotive-Branche bereits von nachgewiesenen Patent- und Markenrechtsverstößen durch Wettbewerber betroffen gewesen. In der Gesamtwirtschaft berichtet im Vergleich lediglich jedes zehnte Unternehmen von einem solchen Fall.

Ein vergleichbares Bild zeigt sich auch bei der Industrie- und Wirtschaftsspionage: Während 9 Prozent der Automotive-Unternehmen bereits betroffen waren, gaben dies nur 2 Prozent in der Gesamtwirtschaft an. Die Dunkelziffer liegt vermutlich noch höher: 15 Prozent der Befragten in der Automobilbranche sind sich sicher, dass sie mindestens einmal Opfer von Spionage oder Datenklau geworden sind.

„Für die deutsche Automobilindustrie ist der Schutz von Innovationen und Patenten von größter Bedeutung. Denn Hersteller und Zulieferer investieren enorme Summen in Forschung und Entwicklung, um im Rennen um neue Fahrzeugtechnologien vorn zu bleiben. Geht dieser Vorsprung durch Diebstahl verloren, kann dies fatale Folgen haben“, betont Felix Kuhnert, Partner und Leiter des Bereichs Automotive bei PwC in Deutschland und Europa.

Entgegen den aktuellen Diskussionen um IT-Security und Cyber-Angriffen sei Datendiebstahl hauptsächlich internen Ursprungs: „Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass Spionage meist nicht von externen „Cyberkriminellen“ begangen wird, sondern von Mitarbeitern und anderen Personen, die Zugang zu den Unternehmensräumen haben. In zwei von drei Fällen kopierten die Täter Unterlagen bzw. nahmen ehemalige Mitarbeiter sensible Dokumente mit zum neuen Arbeitgeber“, erläutert Claudia Nestler, Partnerin bei PwC im Bereich Forensic Services.

Insgesamt sei die Wirtschaftskriminalität in der Automobilbranche jedoch zurückgegangen. Grund dafür sei unter anderem, dass mittlerweile annähernd 80 Prozent der Automotive-Unternehmen über ein Compliance-Programm verfügen.

 

 

 

 

Der Eintrag "freemium_overlay_form_ait" existiert leider nicht.