Volkswagen baut Vorstand um – Winterkorn: „Unser Ziel ist, den Erfolgskurs fortzusetzen“
| von Hilmar Dunker

Die zunehmende Internationalisierung und das nicht zuletzt auch damit einhergehende Wachstum des Volkswagen-Konzerns war für das Unternehmen Veranlassung für eine umfangreiche strukturelle und personelle Neuaufstellung, die Vorstandschef Prof. Martin Winterkorn am heutigen Samstag (2. Juli) in Stuttgart vorgestellt hat. Viel Wert wurde dabei auf eine stärkere personelle Vernetzung gelegt, ein neu geschaffenes Ressort „China“ im Vorstand installiert und der Vorstand auch auf Markenebene neu geordnet. Winterkorn: „Mit dem grundlegenden Umbau geben wir die richtige Antwort auf die gestiegenen Anforderungen. Gleichzeitig schaffen wir so alle Voraussetzungen, um den Konzern und seine Marken auch in einem schwierigeren Marktumfeld auf Erfolgskurs zu halten.“


Mit der Schaffung des Vorstandsressorts „China“ auf Konzernebene, kommt man der Bedeutung des weltweit größten Absatzmarktes nach. Immerhin hat der VW-Konzern In der Region China im Jahr 2011 rund 2,3 Millionen Fahrzeuge verkauft und ein anteiliges operatives Ergebnis von 2,6 Milliarden Euro verbucht. Geführt wird das Ressort von bisherigen Konzernvorstand für Nutzfahrzeuge, Prof. Jochem Heizmann.

Nutzfahrzeugmarken unter einem Dach
Auch das Ressort „Nutzfahrzeuge“ im Konzernvorstand, dem künftig auch die Marke VW Nutzfahrzeuge zugeordnet ist, wird weiter ausgestaltet. Unter der Führung von Leif Östling, er ist noch bis zum 31. August Scania-Vorstandschef, sollen die Marken MAN, Scania und Volkswagen Nutzfahrzeuge künftig gemeinsam Synergien heben und die substanziellen Wachstumspotenziale weltweit nutzen. In den vergangenen Jahren hat sich das Nutzfahrzeuggeschäft für den Konzern zur zweiten starken Säule entwickelt. Östling wird in seiner neuen Funktion von einem Team aus Managern von MAN, Scania, und Volkswagen unterstützt. Sie sollen die weitere Vernetzung und Zusammenarbeit der beteiligten Unternehmen vorantreiben.

Umbau auf Markenebene
Neben der Neustrukturierung auf Konzernebene wird auch auf Markenebene umgebaut. So übernimmt Dr. Georg Pachta-Reyhofen, Sprecher des Vorstandes der MAN SE, als Mitglied der Volkswagen-Konzernleitung zusätzliche Aufgaben, indem er das Industriegeschäft mit Motoren konzernweit koordiniert. Sprecher des Vorstands der MAN Truck & Bus AG wird Anders Nielsen, bislang Head of Production and Logistics im Scania-Vorstand. Den Vorstandsvorsitz bei Scania übernimmt Martin Lundstedt, der im Scania-Vorstand derzeit als Head of Franchise and Factory Sales tätig ist.
Sprecher des Markenvorstands bei VW Nutzfahrzeuge und in Personalunion verantwortlich für die technische Entwicklung in Hannover wird Dr. Eckhard Scholz, bislang Entwicklungsvorstand bei ŠKODA. Neuer Entwicklungsvorstand bei ŠKODA wird Dr. Frank Welsch, zurzeit Leiter Aufbauentwicklung der Marke Volkswagen. Dr. Wolfgang Schreiber, bislang Sprecher des Markenvorstands Volkswagen Nutzfahrzeuge, wird Chairman and Chief Executive Officer bei Bentley Motors in Crewe und Vorsitzender der Geschäftsführung bei Bugatti. Wolfgang Dürheimer, CEO bei Bentley und Bugatti, wechselt zu Audi nach Ingolstadt und übernimmt dort die Verantwortung für das Vorstandsressort Technische Entwicklung. Gleichzeitig wird Luca de Meo, bisher Leiter Marketing VW-Konzern und Marke Volkswagen, Mitglied des Audi-Vorstands für Marketing und Vertrieb. Dr. Bernd Martens, derzeit im VW-Konzern im Einkauf für neue Produktanläufe zuständig, übernimmt bei Audi das Vorstandsressort Beschaffung.

Richtige Personen auf richtigen Positionen
Diese und weitere personelle Veränderungen würden im Wesentlichen mit Wirkung zum 1. September 2012 umgesetzt, heißt es bei Volkswagen. Martin Winterkorn ist überzeugt: „Der Volkswagen Konzern hat nun mehr denn je die richtigen Personen auf den richtigen Positionen, um die Strategie 2018 zum Erfolg zu führen.“ Denn: „Unser klares Ziel ist es, den Erfolgskurs der vergangenen Jahre mit großer Dynamik und Stabilität fortzusetzen.” – Beim personellen Umbau auf Vorstandsebene wurde vollständig auf Führungskräfte aus den eigenen Reihen zurückgegriffen. Die Vorstellung der neuen Struktur nutzte der Konzernchef, um noch einmal die unverändert geltenden Führungsprinzipien des Unternehmens zu betonen. So ist und bleibe die Mehrmarkenstrategie das Fundament für den Erfolg. „Alle Marken verfügen über ein hohes Maß an operativer Eigenständigkeit und Verantwortung. Gleichzeitig stärken wir jetzt erneut den Wissenstransfer und die personelle Vernetzung innerhalb des Konzerns. So heben wir Synergien und erschließen mit aller Konsequenz Wachstumschancen.“ Davon profitiere nicht nur jede einzelne Marke, sondern auch der Konzern als Ganzes. (ar)

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