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Krüger: „Wir führen die BMW Group in eine neue Ära, um die Transformation der individuellen Mobilität und unserer Branche aktiv zu gestalten und nachhaltig zu prägen.“ Bild: BMW

| von Pascal Nagel

BMW-Chef Harald Krüger hat anlässlich der Bilanzpressekonferenz die neue Konzernstrategie „Strategy Number One > Next“ vorgestellt. Vor allem die Digitalisierung ist als eines der zentralen Handlungsfelder in der neuen Strategie verankert: „Neue Technologien bieten der Automobilindustrie neue Chancen und stellen uns zugleich vor Herausforderungen. Die Wertschöpfung verschiebt sich von der Hardware in Richtung Software und Services“, macht Krüger deutlich. Auch Entwicklungschef Klaus Fröhlich betont: „Wir entwickeln uns vom Mechanical Engineering zur Tech Company.“

Die Weichen dafür werden auch auf der personellen Ebene gestellt: BMW hat angekündigt, in diesem Jahr rund 500 neue IT-Fachkräfte einstellen zu wollen. Der technologische Schwerpunkt liegt in den kommenden Jahren auf der konsequenten Weiterentwicklung von Elektromobilität und automatisiertem Fahren. Die beiden Mega-Trends sollen letztendlich in einem neuen i-Modell zu Beginn des kommenden Jahrzehnts zusammenlaufen: Der BMW iNext verbindet alternative Antriebe, Leichtbau, hochautonomes Fahren und neue Interieurkonzepte.

„Der BMW iNext läutet die nächste Ära der Mobilität ein“, so Krüger. Das Modell soll längst nicht nur als Antwort auf den klassischen Wettbewerb verstanden werden, sondern „vor allem als Antwort auf neue Wettbewerber“, ergänzt Fröhlich. Der iNext ist Teil der Initiative „project i 2.0“, mit der BMW vor allem das automatisierte und vollvernetzte Fahren forciert. Der Schwerpunkt liegt auf den Bereichen hochpräzise digitale Karten, Sensorik, Cloud-Technologie und künstliche Intelligenz.

Nicht nur das Modellportfolio, auch die Geschäftsmodelle des OEMs müssen auf das Zeitalter der Digitalisierung zurechtgeschnitten sein. So kündigt BMW etwa den Service BMW Connected an, den der Autobauer als persönlichen, virtuellen Begleiter des Kunden versteht. „Unsere Technologie wird lernen, die Bedürfnisse unserer Kunden zu antizipieren. So verwandeln wir Daten in Intelligenz und schaffen mehr Lebensqualität in einer mobilen Welt“, so der Entwicklungsvorstand.

Die Mobilitätsdienste von BMW könnten künftig neben dem Teilen von Autos auch um das Teilen von Fahrten erweitert werden. „Wir beschäftigen uns intensiv mit dem Ridesharing“, sagt Peter Schwarzenbauer, im BMW-Vorstand für den Bereich Aftersales verantwortlich. Weitere Informationen dazu bleibt der OEM aktuell noch schuldig. Allerdings kündigt BMW an, noch in diesem Jahr weitere Schritte in diesem Bereich bekanntgeben zu wollen.

So wichtig wie künftige Technologien auch sind: Der BMW-Chef betont auch die Relevanz des traditionellen Geschäfts. „Für unseren Erfolg der kommenden Jahre müssen wir beides können: Wir müssen unser heutiges Geschäft perfekt beherrschen und weiterhin gezielt ausbauen“, so Krüger. Dabei werde der Verbrennungsmotor noch auf Jahre hinaus eine signifikante Rolle einnehmen. Die Modellpalette soll zudem um einen X7 sowie ein weiteres Luxusmodell neben dem 7er erweitert werden.

Zu guter Letzt hebt Krüger , die sich ebenfalls auf die veränderten Umstände durch den digitalen Wandel anpassen müsse. „In der digitalen Welt müssen wir schnell sein und auch Risiken eingehen“, sagt Krüger. „Das ist nur möglich, wenn wir Einschätzungen und Entscheidungen unserer Mitarbeiter vertrauen können. Damit bekommt ein vermeintlich weicher Faktor einen belastbaren ökonomischen Wert für unser Unternehmen.“ Im Gegensatz zur Konkurrenz aus Stuttgart wird die Krawatte ihren festen Platz in der Führungsetage des Münchener Autobauers allerdings behalten.

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