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| von Werner Beutnagel

Der dreitürige Sportler verfügt über die typischen Attribute, die in der Klasse der kleinen Krawallschachteln unbedingt dazu gehören. Dazu zählt die im Vergleich zum Serienmodell verschärfte äußere Optik. Bescheidenheit im Auftritt ist wenig gefragt. Der markante, trapezförmige Kühlergrill mit dem großen Wabengittermuster gefällt oder eben auch nicht, gewährleistet aber zumindest die Versorgung des Motors mit frischer Luft. Die breiten Radläufe, in denen spezielle, auffällige 17-Zoll-Leichtmetallfelgen Platz finden, die auf Wunsch rot lackierten Bremssattel, der Diffusor in der Heckschürze und natürlich – ohne geht gar nicht – die doppelflutige Auspuffanlage machen deutlich: hier kommt ein Kraftpaket. Für alle, die lesen, unterstreichen die ST-Schriftzüge im Front- und Heckbereich die sportive Ausrichtung des Fahrzeugs.

Das Interieur dagegen ist eher brav gehalten. Ein paar Karbon-Einsätze hier, ein paar Alu-Applikationen da, Sport-Pedalarie sowie ein Lederlenkrad- und Schaltknauf sind hübsch anzusehen. Das war´s aber schon fast mit der Differenzierung zum herkömmlichen Fiesta. Richtig praktisch und unverzichtbar sind jedoch die Recaro-Sportsitze, die ab Werk montiert werden und einen sehr guten Halt geben. Mit dem Starten des Motors, der zunächst noch dezent seinen Arbeitswillen kundtut, hört und spürt man, dass das Fahrzeug nicht spielen will. Gut also, dass man schon einmal ordentlich sitzt. Der 1,6-Liter-Turbo brummelt seine 132 kW/184 PS so langsam in Laune. Dieser Eindruck verschärft sich mit zunehmender Geschwindigkeit und Kurvenhäufigkeit.

Klar, kann der Fiesta ST geradeaus schnell fahren. Tempo 220 weisen die technischen Daten als Höchstgeschwindigkeit aus. Allerdings will man in Frankreich weder das sensible Ansprechverhalten der Radarstationen noch die Kooperationsbereitschaft der Polizei auf den Autobahnen oder Nationalstraßen testen. Viel größeres Fahrvergnügen bereitet sowieso das Kurvenräubern auf abgelegen Seitenstraßen. Wenn man merkt, wozu die konturierten Seitenwangen des Sitzes gut sind, schleicht sich ein Grinsen ins Gesicht. Das Aggregat setzt jede Gasfußbewegung willig in Vorwärtsdrang um. Turboloch kennt es nicht, dafür aber recht üppige 240 Nm im breiten Drehmomentband zwischen 1.600 und 5.000 Touren. Für bis zu 15 Sekunden mobilisiert es kurzfristig dank Overboost-Funktion 290 Nm und 200 PS-Spitzenleistung.

Die Kraftübertragung an die Vorderräder erfolgt mittels einer Sechsgang-Schaltung. Die Gänge flutschen leicht durch die Kulisse, das Schalten ist hier Teil des Fahrvergnügens. Ein Blick zwischendurch beim Ampelstopp auf die Verbrauchsanzeige kann die gute Laune nicht trüben. Rund zehn Liter werden angezeigt. Aber wer kauft und fährt ein solches Auto mit Knauserambitionen?

Die Lenkung ist sehr direkt, die das auf Sportlichkeit getrimmte Fahrwerk ebenfalls, ohne dabei allzu ruppig mit Bandscheibe und Zahnplomben umzugehen. Die vorderen und hinteren Scheibenbremsen haben ordentlich Biss. Damit Physik und Fahrkönnen möglichst lange kongruent sind, verfügt der Fiesta ST über ein dreistufiges ESP (neben ein/aus auch mit verzögertem Ansprechverhalten) samt integrierter Traktionskontrolle und aktiver Fahrdynamikregelung.

Doch nicht nur das souveräne Fahrgefühl ist für die nach oben gezogenen Mundwinkel verantwortlich. Der satte Sound, der mittels Elektronik und Membran ins Wageninnere geleitet wird, sorgt ebenfalls für gute Laune. Last, but noch least, macht auch das Lesen der Preisliste Freude. Ab 19.990 Euro steht der Fiesta ST bei den Händlern. Neben einer klassenüblichen Sicherheitsausstattung hat er ein umfangreiches Komfortniveau inklusive der Recaro-Sitze an Bord. Für 1.000 Euro Aufpreis gehören sogar ein Leder-Paket sowie eine Klimaautomatik zum Serienumfang.sp-x/em

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