Industrie 4.0: Neue Chancen für Entwicklung
| von Werner Beutnagel

In zwei Dritteln aller deutschen Unternehmen herrscht die Ansicht vor, die Entwicklungszeiten in der Industrie würden sich durch die zunehmend intelligente Vernetzung der Produktion künftig verkürzen. Drei von vier Betrieben sind außerdem überzeugt, dass Kunden und Zulieferer in Zukunft stärker in Forschung und Entwicklung einbezogen werden. Zu diesem Ergebnis kommt der „Deutsche Industrie 4.0 Index“ der Unternehmensberatung Staufen.

Vor dem Hintergrund der intelligenten Produktion seien derzeit vor allem schlanke Entwicklungs- und Fertigungsprozesse gefragt, um das volle Potential von Industrie 4.0 auszuschöpfen, so die Studienautoren. „Lean Management und Industrie 4.0 gehören zusammen. Erst wenn alle Prozesse verschlankt sind, sollte Industrie 4.0 zum Zuge kommen. Ansonsten führen Fehler in der vernetzten Fertigung schnell ins Chaos“, sagt Ulrich Frenzel, Business Unit Leiter bei der Staufen AG. Hinsichtlich der Fehlerhäufigkeit bei der intelligenten Produktion herrscht jedoch Optimismus: So gehen 80 Prozent der im Rahmen der Studie Befragten von einer geringen Fehlerquote entsprechender Anwendungen aus.

Während sich momentan eine Mehrheit der Unternehmen im Hinblick auf die vierte industrielle Revolution auf die Produktion konzentriert, plant ein Drittel bereits, den Bereich F&E ins Visier zu nehmen. Momentan werden Produktkomponenten häufig erst nachträglich mit Sensoren versehen, um diese für Industrie 4.0 tauglich zu machen – eine Tatsache, die sich bald ändern wird: „Ein viel größeres Potenzial könnten die smarten Komponenten entfalten, wenn diese bereits bei der Produktentwicklung mitgedacht würden“, so Staufen-Berater Frenzel.