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„Wir gehen soweit, dass wir unser Geschäftsmodell zu hundert Prozent am Kunden ausrichten und nur Geld verdienen, wenn der Kunde ein Auto kauft oder finanziert“, unterstreicht Markus Kröger. Bild: Heycar

Das ändert sich derzeit, denn die Kundendaten werden immer wertvoller Gerade eben kaufte sich Daimler Financial Services mit 20 Prozent beim Berliner Startup Heycar ein, hinter dem der Volkswagen-Konzern steht Heycar ist eine Gebrauchtwagenbörse für kommerzielle Anbieter, die gerade kurz nach ihrem ersten Geburtstag in ein größeres Quartier in den Wedding umgezogen ist Aus den derzeit rund 85 Mitarbeitern könnten perspektivisch 250 werden Mittlerweile kommen 40 Prozent der Angebote von Marken außerhalb des Volkswagen-Konzerns, rund 300 000 Fahrzeuge werden auf der Plattform angeboten Das ist Heycar wichtig, weil Autokäufer sich eindeutig markenübergreifend informieren wollen Zugleich könnte nach Kartendienst Here, dem Car-Sharing-Bereich und dem Elektrotankstellennetz noch ein Gemeinschaftsprojekt mehrerer OEMs entstehen Heycar-CEO Markus Kröger steht Rede und Antwort Gerade eben kaufte sich Daimler Financial Services mit 20 Prozent beim Berliner Startup Heycar ein, hinter dem der Volkswagen-Konzern steht. Heycar ist eine Gebrauchtwagenbörse für kommerzielle Anbieter, die gerade kurz nach ihrem ersten Geburtstag in ein größeres Quartier in den Wedding umgezogen ist. Aus den derzeit rund 85 Mitarbeitern könnten perspektivisch 250 werden. Mittlerweile kommen 40 Prozent der Angebote von Marken außerhalb des Volkswagen-Konzerns, rund 300.000 Fahrzeuge werden auf der Plattform angeboten. Das ist Heycar wichtig, weil Autokäufer sich eindeutig markenübergreifend informieren wollen. Zugleich könnte nach Kartendienst Here, dem Car-Sharing-Bereich und dem Elektrotankstellennetz noch ein Gemeinschaftsprojekt mehrerer OEMs entstehen. Heycar-CEO Markus Kröger steht Rede und Antwort.

Warum ist eine solche Autobörse für die OEMs wichtig und warum wurde damit so lange gezögert?

Zum einen ist sie aus Konsumentensicht relevant, weil Kunden ihre Autokäufe zunehmend digital vorbereiten und die Börsen am Markt ein sehr wichtiger Gatekeeper sind. Bestehende Anbieter verkaufen Kleinanzeigen und Werbefläche. Sie setzen darauf, dem Besucher möglichst viele Anbieter und Optionen in werbeoptimierter Form zu präsentieren, das hilft dem Kunden aber nicht beim Überblick. Wir gehen soweit, dass wir unser Geschäftsmodell zu hundert Prozent am Kunden ausrichten und nur Geld verdienen, wenn der Kunde ein Auto kauft oder finanziert. Ein Kunde wird also bei uns nicht einem Auto mehr Aufmerksamkeit schenken, weil jemand mehr Geld dafür bezahlt hat.

Dabei setzen wir auf hohe Qualität der Fahrzeuge, Händler und Services. Es ist für OEMs wichtig, dass das zusammengebracht wird. Zudem ist es durch die Digitalisierung natürlich immer entscheidender geworden, den Kunden gut zu verstehen. In der Vergangenheit haben OEMs und Captives nur indirekt über Händler vertrieben. Als strategischer Partner der Industrie können wir diese Kundenerkenntnisse ermöglichen.

Was verändert sich durch den Einstieg von Daimler Financial Services? Rechnen Sie damit, dass weitere OEMs einsteigen könnten?

Derzeit warten wir auf die Entscheidung der Kartellbehörden, die jedoch kein Problem sein sollte. Zudem haben wir begonnen, die Angebote der Mercedes Bank auf unserer Seite zu integrieren. Ich rechne damit, dass sich im operativen Geschäft auch jetzt nichts verändert. Wir sind aber als Kooperationspartner auch mit anderen OEMs im Gespräch und offen für mehr Investoren. Als Tochterunternehmen ist es möglich, sich wesentlich tiefer mit Marktangeboten zu integrieren – da kommen unabhängige Börsen niemals ran.

Welche Rolle spielt die IT mit Themen wie Machine Learning und Data Analytics bei Heycar?

Diese Themen sind beim kundenzentriertem Ansatz sehr wichtig. Damit wir Kunden individuell und angemessen ansprechen, analysieren wir anhand weniger Interaktionen, mit welchem von sieben  Personas von Autokäufern mit ihren jeweils unterschiedlichen Ansprüchen – vom Rookie bis zum Experten – wir es zu tun haben. Dazu nutzen wir Data Science zum Beispiel mit Cluster-Analysen, die Verhaltensmuster analysieren.

Image Recognition hilft uns dabei, Bilder automatisiert nach ihrer Aussagekraft und Qualität auszuwählen und zu entscheiden, in welcher Reihenfolge sie angezeigt werden. Darüber hinaus analysieren wir Suchparameter, um sagen zu können: Interessenten, die sich ein bestimmtes Produkt angeschaut haben, interessieren sich auch für folgende andere Produkte. Während bei anderen Börsen für Finanzierungsthemen auf eine andere Seite umgeleitet wird, ist das Thema bei uns direkt in den User-Flow integriert.