ConNext.automotiveIT
| von Werner Beutnagel

Bei ConNext handelt es sich um ein firmeninternes soziales Netzwerk des Zulieferers, das auf einer nahezu unveränderten Version von IBM Connections aufsetzt und den Auftritten von bekannten Social Networks wie Facebook, Google+ oder Xing zunächst sehr ähnlich erscheint. Der jeweilige Nutzer von ConNext agiert innerhalb von drei Zirkeln: Den intimsten Kreis bilden Informationen zur Person, die sich auf der eigenen Homepage und im eigenen Profil finden lassen. Darüber angesiedelt sind individuelle Informationen, etwa zu gespeicherten Dateien, Lesezeichen, Blogs oder Statusmeldungen. Die dritte Ebene des Netzwerks bilden Team-Informationen, die etwa Wikis, Communitys, Foren und eine Aufgabenplanung umfassen. Ergänzt wird dieser Aufbau durch die Integration der IBM-Kommunikationslösung Sametime, die einfaches Instant Messaging und Online Conferencing ermöglichen soll, sowie durch Möglichkeiten zur gemeinsamen Dokumentenbearbeitung via SharePoint von Microsoft. Eine Vorreiterfunktion fällt hierbei den so genannten „Guides“ zu: Mitarbeitern, die interessierten Kollegen in sämtlichen Divisionen, Funktionen und an nahezu allen Standorten des Zulieferers mit Rat und Tat zur Seite stehen. Die rund 400 Guides sollen bei der Nutzung von ConNext mit gutem Beispiel vorangehen, andere zum Mitmachen animieren und Berührungsängste mit dem Netzwerk abbauen. Unterstützt werden sie durch die Schaffung von Feedbackforen, in denen die Mitarbeiter bereits vor dem Start von ConNext Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge abgeben konnten.

Seit März 2012 ist das von Continental-CEO Elmar Degenhart initiierte Netzwerk schrittweise online gegangen, rund 37 200 Nutzer sind bereits mit einem eigenen Profil vertreten. Am Projekt beteiligt sind neben der Continental-IT auch die Bereiche Human Resources, Kommunikation und Knowledge Management sowie externe Softwareanbieter wie Beck und andere. Ziel des Einsatzes von ConNext ist die Schaffung einer dezentralen Kommunikations- und Wissensstruktur, die notwendige hierarchische Mechanismen der Unternehmensführung bedarfsweise ergänzen soll. Zum einen soll hierbei der Informationsfluss zwischen verschiedenen Abteilungen und Divisionen verbessert werden, zum anderen lassen sich durch themengebundene Diskussionsmöglichkeiten belastbare Wissensnetzwerke in der Organisation knüpfen. Engmaschige Netzwerke im Unternehmen sollen Continental außerdem dazu dienen, möglichst früh Markttrends und andere Entwicklungen zu erkennen und flexibel in die eigene Unternehmensstrategie aufzunehmen. „Durch die Möglichkeiten, die ConNext bietet, hat der Mitarbeiter die Möglichkeit, mit seinen Ideen, Talenten und Erfahrungen sichtbar zu werden. Im Gegenzug werden ihm Daten, Informationen und Wissen schneller und übersichtlicher zur Verfügung gestellt, als dies bisher möglich ist“, erklärt Monika Andrae, Head of Online Relations bei Continental, die kommunikative Struktur von ConNext.

Als Kenngrößen, mit denen der Erfolg gemessen werden kann, kommen bei Continental Informationen zur Vitalität des Systems (gewonnen aus Systemstatistiken) sowie zum Potenzial des Netzwerks bei der Unterstützung von Geschäftsprozessen (gewonnen aus Umfragen und Use Cases) zur Anwendung. „Wir sehen hier großes Potenzial in vielen Bereichen unserer Arbeit, da ConNext mit seinen Komponenten eine ganzheitliche Grundlage für die moderne Kommunikation, übergreifende Zusammenarbeit und das dezentrale Wissensmanagement zur Verfügung stellt. Viele Projekte bei Continental sind bereits jetzt interdisziplinär aufgestellt. Jeder Mitarbeiter hat über ConNext zusätzlich die Möglichkeit, Fragen zu stellen, Feedback zu geben und durch die Teilnahme an Diskussionen Input zu laufenden Projekten zu geben“, führt Monika Andrae weiter aus. Hinsichtlich einer möglichen Überforderung des Nutzers durch die Vielzahl an Informationen innerhalb des multinationalen Netzwerks macht sich Andrae hingegen keine Sorgen: „Wir gehen davon aus, dass sich durch ConNext eine Informations­überflutung eher verhindern lässt, als sie zu steigern. Ganz im Gegensatz zur alleinigen Nutzung des Kanals E-Mail. Erstmals ist jeder selbst in der Lage zu bestimmen, welche Informationen er zu welchem Zeitpunkt abruft. Wie ein Leser, der sich genau das Buch aus einer Bibliothek ausleiht, das er gerade lesen möchte.“

Autor: Werner R. Beutnagel
Illustration: Sabine Werner

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