Azubis von BMW arbeiten derzeit digital von Zuhause aus.

#Wirlernenzuhause – BMW setzt in Zeiten von Corona auf mobile Berufsausbildung. Bild: BMW

| von Ralf Bretting

In der Regel sind die Azubis von BMW in Ausbildungswerkstätten, Berufsschulen oder in praktischen Einsätzen tätig, zum Beispiel in den Werken. Allerdings sind Berufsschulen seit 16. März geschlossen, die Produktion bei der BMW Group an vielen Standorten unterbrochen. Die Zahl der Azubis in den Ausbildungswerkstätten wäre dadurch dreimal so hoch wie gewöhnlich – was dem Gebot des Social Distancing klar widerspricht. Daher hat das Unternehmen standortübergreifend als Überbrückungsmaßnahme kurzfristig die mobile Ausbildung eingeführt – und wird damit seiner Verantwortung gegenüber Azubis und Ausbildern gerecht.
 
„Wir ziehen zur Umsetzung der Mobilen Ausbildung Theorieinhalte im Ausbildungsverlauf nach vorne und verschieben Praxisanteile wie Einsätze in Werkstätten nach hinten. Für die Azubis bedeutet das derzeit: Ihr gesamter Ausbildungsalltag findet im Homeoffice statt“, erklärt Ilka Horstmeier, Personalvorständin der BMW AG. „Ich bin stolz, dass die BMW Group mit dem mobilen Ausbilden eine innovative Lösung gefunden hat, Gesundheitsschutz mit unserem Ausbildungsversprechen zu vereinen.“

1600 Notebooks für die Azubis

Der Berufsausbildung in der BMW Group kommt jetzt zugute, dass sie seit 2018 kontinuierlich an der Entwicklung digitaler Ausbildungsinhalte gearbeitet hat. Auch an die notwendigen technischen Voraussetzungen in der Zentrale und den deutschen Werksstandorten dachte man frühzeitig: Im vergangenen Jahr wurden zusätzliche 1600 Notebooks für Azubis angeschafft. „Wir haben ein Lernökosystem für die Berufsausbildung aufgebaut, das nun zuverlässig für die Ausbildung in Mobilarbeit genutzt werden kann. Durch moderne Hardware und innovative Lehr- und Lernmethoden ermöglichen wir den Auszubildenden und Ausbildern, überall mit individueller Geschwindigkeit zu lernen“, sagt Nadja Gschaider, die neben der Leitung der Berufsausbildung München auch die Steuerung der Ausbildungsstandorte weltweit verantwortet.

Zudem setzt die BMW Group auf digitale Lernplattformen. Das Learning Management System eCademy etwa ist speziell auf technische Ausbildungsberufe zugeschnitten. Darüber hinaus werden Lernplattformen der unternehmensinternen BMW Group Academy eingesetzt, die Online-Qualifizierungen zu „Digitalisierung in der Produktion“ ermöglichen, mit Themen wie künstliche Intelligenz, Programmierung und agile Methoden.
 
BMW entwickelte die Spielregeln, damit Auszubildende mobil arbeiten können, bereits letztes Jahr gemeinsam mit dem Betriebsrat. Grundsatz dafür ist die Betriebsvereinbarung Mobilarbeit, die auch für Auszubildende gilt und einen klaren Rahmen für die mobile Ausbildung setzt. Aktuell hat BMW in Deutschland über 3800 Azubis in den Werken, der Zentrale und den Niederlassungen.

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