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Nur rund zehn Prozent aller CIOs verstehen sich im Unternehmen als Treiber des digitalen Wandels, so eine Deloitte-Studie.

| von Werner Beutnagel

Rund die Hälfte aller CIOs versteht sich jedoch eher als oberster IT-Dienstleister statt als Katalysator für Wachstum und Transformation. „Woran es liegt, dass viele CIOs aus ihrer Backoffice-Rolle nicht herauskommen, ist zum Teil auch im eigenen Selbstverständnis zu suchen“, erklärt Deloitte-Partner Jochen Fauser. Effiziente und verlässliche IT-Systeme seien wichtig, doch die Digitalisierung fordere mehr. Um den Erwartungen gerecht zu werden, müsse der CIO seine Organisation transformieren. „Indem er sich vom ‚Build and Run‘-Prinzip zu einem Ansprechpartner mit dem Selbstverständnis eines Architekten und Designers der Digitalisierung entwickelt, kann er als Technologie-Erklärer, Impulsgeber und Visionär die Stellung seiner Funktion stark anheben. Darüber hinaus kann der CIO maßgeblich für die Vorbereitung eines systematischen, kontinuierlichen Innovationsprozesses verantwortlich zeichnen“, so Fauser.

Während 55 Prozent der CIOs ihre Hauptrolle als zuverlässiger Dienstleister sehen, bezeichnet sich nur ein Drittel selbst als „Business Co-Creator“. Als Treiber des Wandels beschreiben sich sogar nur zehn Prozent der Befragten. Dabei betrachten es 96 Prozent als ihre Aufgabe, die technische Kompetenz einzelner Geschäftsbereiche zu erhöhen, 40 Prozent sehen die neuesten Technologien als maßgeblichsten Faktor für ihre Tätigkeit in den nächsten drei Jahren.

Einen „Digital Vanguard“ mache derweil eine enge Verbindung zu Vertriebsteams, die Förderung technischer Kompetenz aller technischen Mitarbeiter oder eine aktive Steuerung durch Budget und Beschaffung aus. Zudem sei die Personengruppe dadurch gekennzeichnen, den Output über Finance-Instrumente zu evaluieren und so einen generellen Einfluss auf Technologie-Investitionen auszuüben. Ebenfalls rücken Soft Skills, Diversität und das Aufbrechen von Experten-Silos in den Fokus der „Digital Vanguards“. Darüber hinaus stehen die digitalen Vorreiter häufiger in Kontakt mit dem eigenen Vorstand.

Eine erfolgskritische Relevanz in den kommenden drei Jahren erwarten die befragten CIOs für die Bereiche Data Analytics (59 Prozent), Cloud (46 Prozent) und Cybersecurity (45 Prozent). Die wenigsten IT-Chefs hätten jedoch schon die Grundlagen für die Implementierung von End-to-End-Prozessen geschaffen, mittels derer sie die Tragweite und Bedeutung technologischer Innovationen demonstrieren können, so die Studie.