Daimler-Zentrale in Stuttgart

Der Sparkurs bei Daimler verschärft sich weiter. Bild: Daimler

| von Yannick Tiedemann
Aktualisiert am: 22. Jun. 2020

Wie aus einem Brief des Betriebsrates, der dem Manager Magazin vorliegt, hervorgeht, sollen zusätzlich zum vor einigen Monaten von Daimler-Boss Ola Källenius angekündigten Sparprogramm nun 2.000 Jobs in der IT wegfallen. Aufgrund der allgemeinen schlechten wirtschaftlichen Lage in der Autobranche und der Folgen der Coronakrise könnten insgesamt bis zu 15.000 der weltweit 300.000 Stellen beim schwäbischen Premium-OEM gestrichen werden.

In dem Brandbrief warne der Betriebsrat davor, dass es „weitere Überlegungen zur Änderung der Organisationsstruktur bei Daimler“ gebe, „mit Folgen für die Belegschaft“. So soll die Unternehmensführung etwa planen, bis Mitte 2021 in der IT „wesentliche Servicefunktionen auszugliedern“, heißt es in dem Brief weiter. Demnach wolle man 2.000 IT-Beschäftigte, davon rund 900 in Deutschland, an Fremdfirmen übergeben. Der Nutzen dieser Maßnahme sei „fragwürdig“, so der Betriebsrat in dem besagten Schreiben.

Neben den Folgen für die IT thematisiere der Betriebsrat unter anderem auch die neuerliche Teilung des Daimler-Konzerns in drei Sparten kritisch. Es gebe laut Manager Magazin Überlegungen, Verwaltungsbereiche von der Daimler AG in die Spartengesellschaften zu verschieben. Das Versprechen, die Verwaltungs- und Zentralbereiche aus Effizienzgründen in der Daimler AG zu bündeln, „gilt wohl nicht mehr“, heißt es in dem Brief.

Inwiefern die Corona-Pandemie das Sparprogramm nun zusätzlich beeinflusst, sei derweil noch nicht abzuschätzen. „Wie stark uns der Corona-Schock wirtschaftlich trifft, werden die Bilanzen des zweiten Quartals schonungslos offenlegen - und das gilt nicht nur für Daimler“, betonen die Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrates bei Daimler, Michael Brecht und Ergun Lümali, in einer Pressinfo der IG Metall. Die wirtschaftlichen Herausforderungen stiegen und ließen die Transformation der Branche zu einem noch größeren Kraftakt werden, heißt es weiter.

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