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Am zufriedensten sind die Zulieferer mit Premium-OEM Porsche. Bild: Porsche

| von Werner Beutnagel

Die Partnerschaft zwischen den deutschen Automobilherstellern und ihren Lieferanten ist schwieriger geworden, so das Fazit einer Studie des Beratungsunternehmens goetzpartners. Besonders mit den Premiummarken seien die Zulieferer deutlich unzufriedener als noch vor wenigen Jahren. Im Mittelpunkt der Kritik stehen die Themen Innovation und Kommunikation.

Generell sei die Bewertung der großen Premium-OEMs um eine halbe Schulnote abgerutscht, so die Studienautoren. Am zufriedensten seien die Zulieferer mittlerweile mit Porsche als Partner. Der Grund hierfür seien jedoch nicht etwa umfangreiche Verbesserungen in den Beziehungen, sondern ein im Gegensatz zu den anderen Autobauern konstant gebliebenes Niveau. Auf Platz zwei steht Volvo – ein Unternehmen, das bei der letzten Umfrage noch das Schlusslicht bildete.

Bereits bei einer Befragung vor drei Jahren hatten die Zulieferer moniert, die Hersteller würden statt auf Innovationen auf kurzfristige Zahlen konzentrieren. Eine entsprechende Kritik ist auch gegenwärtig zu vernehmen. 88 Prozent der Hersteller seien laut Studie nicht bereit, für innovative Produkte bessere Preise zu zahlen. Und nur 40 Prozent honorieren innovative Produkte mit Neuverträgen. Am besten im Bereich Innovation bewerten die Zulieferer die Zusammenarbeit mit Jaguar Land Rover, Porsche und BMW Mini. Stark verbessert habe sich vor allem Porsche: Drei Viertel der Befragten finden, dass Porsche Innovation angemessen honoriert – vor drei Jahren waren es nur 33 Prozent. Die Zufriedenheit mit Mercedes-Benz dagegen hat sich bei diesem Thema um 21 Prozent verringert.

„Die großen Premiumhersteller müssen eine höhere Wertschätzung für die Innovationskraft ihrer Zulieferer an den Tag legen. Nur so stellen sie sicher, dass ihre Zulieferer weiterhin mit ihnen gemeinsam wirklich innovative Produkte entwickeln können“, sagt Wolfram Römhild, Managing Director bei goetzpartners. „Gelingt es den Premiummarken nicht, die Innovationsfähigkeit ihrer Zulieferer zu erhalten, wäre dies das Ende ihres eigenes Geschäftsmodells: die besten, also technisch fortschrittlichsten Autos zu bauen und zu verkaufen.“

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