Zwei Mitarbeiterinnen an einem PC

Eine Studie der Technische Hochschule Mittelhessen unterstreicht den Handlungsbedarf im Mittelstand für digitale Geschäftsprozesse und -modelle.

| von Götz Fuchslocher

In ihrer aktuellen Studie unterstreicht die Technische Hochschule Mittelhessen den Handlungsbedarf im Mittelstand für digitale Geschäftsprozesse und -modelle. „Leider führt uns die Corona-Pandemie sehr deutlich vor Augen, dass im deutschen Mittelstand weder die Geschäftsprozesse noch die Geschäftsmodelle mit den Möglichkeiten der Digitalisierung Schritt gehalten haben. Die sehr gute Auftragslage der vergangenen Jahre hat offenbar dazu geführt, dass insbesondere bei mittelständischen Unternehmen nicht genug Zeit und Energie in die Digitalisierung geflossen ist“, erklärt Gerrit Sames von der Technischen Hochschule Mittelhessen.

Viele Unternehmen seien nun sensibilisiert und wissen ob der Notwendigkeit, würden jedoch praktische Beispiele dafür benötigen, wie die Digitalisierung funktionieren könne, sagte Maria Christina Bienek, Geschäftsführerin des SEF Smart Electronic Factory e.V. und ergänzt: "Entsprechende Tests und Evaluierungen sind für sie sehr wichtig, damit der Mittelstand schnell weg von der Theorie hin zur bedarfsgerechten Umsetzung kommt.“ Der SEF Smart Electronic Factory e.V. betreibe daher mit seinen Mitgliedern aus Wirtschaft, Forschung und Wissenschaft in realen Fabriken umfassende Forschungs- und Entwicklungsumgebungen für Industrie 4.0-Anwendungen.

Es lasse sich zusammenfassen, dass nach wie vor das physische Produkt im Mittelpunkt der Geschäftsmodelle stehe und wenig Möglichkeiten, wie zum Beispiel Service-Angebote, zur Erweiterung genutzt werden, betont Gerrit Sames. Bemerkenswert seien die Hinderungsgründe, warum bei der Digitalisierung der Geschäftsmodelle so wenig Fortschritt gemacht wurde. Sames erklärt: "Die Antwort sind fehlende Kapazität und zu wenig ausgebildete Mitarbeiter, was vermutlich aus der Prioritätensetzung resultiert. Hier dominiert aktuell das Tagesgeschäft. Wir empfehlen die durch die Corona-Pandemie ausgelösten neuen Erkenntnisse zur Notwendigkeit der Digitalisierung schnellstmöglich in die Tat umzusetzen.

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