Digitalvorstände sind in Unternehmen rar gesät

Verantwortliche für die Digitalisierung sind in deutschen Unternehmen eher Ausnahme als Regel.

| von Claas Berlin

Lediglich 15 Prozent der Befragten können aktuell einen Digital-Verantwortlichen wie einen Chief Digital Officer (CDO) oder Leiter Digitalisierung vorweisen. Jedes vierte Unternehmen (26 Prozent) verfolgt keinerlei Strategie zur Bewältigung des digitalen Wandels. Über eine zentrale unternehmensweite Digitalstrategie verfügt gerade einmal jedes dritte Unternehmen (33 Prozent).

Insgesamt sieht die große Mehrheit (91 Prozent) die Digitalisierung in erster Linie als Chance für ihr eigenes Geschäft. Gerade einmal sieben Prozent sehen in ihr ein Risiko. Die Anzahl jener Unternehmen, die ihre Existenz durch die Digitalisierung gefährdet sehen, ist erstmals stark zurückgegangen. War das im Vorjahr noch jedes Vierte (24 Prozent), so sind es mit 12 Prozent jetzt nur noch halb so viele. 

37 Prozent der Befragten geben an, dass sie Probleme haben, die Digitalisierung zu. Das sind drei Prozent mehr als im Vorjahr. „Die Digitalisierung wirkt für weniger Unternehmen abstrakt bedrohlich. Sie wird konkret und auch die letzten Unternehmen setzen sich jetzt mit ihr auseinander – und stellen fest, dass Digitalisierung kein Selbstläufer ist“, kommentiert Bitkom-Präsident Achim Berg die Ergebnisse vor.

Insbesondere mit Blick auf die künftigen digitalen Herausforderungen plädiert Berg für eine Aufstockung des entsprechenden Personals. „Was Digitalvorstände angeht, haben Großunternehmen in der Vergangenheit stärker nachgelegt als beispielsweise der Mittelstand. Dennoch ist hier auch noch deutlich Luft nach oben“, so Berg.

Als wichtigste Treiber der Digitalisierung gelten für die Befragten Big Data, das Internet der Dinge, 3-Druck. VR- und AR-Technologien sowie künstliche Intelligenz. 62 Prozent der Unternehmen stimmen der Aussage zu, das KI die wichtigste Zukunftstechnologie ist 78 Prozent sind überzeugt, dass der Erfolg der deutschen Industrie von KI abhängen wird.

Es gehe laut Berg nun vor allem darum, wichtige KI-Leuchtturmprojekte mit Knowhow, Personal und dem entsprechenden Forschungsbudget zu unterstützen. Hier sei sowohl die Wirtschaft als auch die Politik mit unterstützenden Rahmenbedingungen gefordert, unterstreicht der Bitkom-Präsident.