Tavares of PSA and Manley of FCA Sign Agreement_2

Carlos Tavares unterzeichnete als Vorstandsvorsitzender der Groupe PSA die Fusionsvereinbarung mit FCA-CEO Mike Manley. Bild: FCA

| von Fabian Pertschy

Fiat Chrysler Automobiles (FCA) und die Groupe PSA haben heute eine verbindliche Zusammenschlussvereinbarung unterzeichnet. Gemessen an einem prognostizierten Umsatz von fast 170 Milliarden Euro würde die geplante Fusion den drittgrößten und beim Vergleich des aggregierten Absatzes von 8,7 Millionen verkauften Fahrzeugen im Jahr 2018 immerhin den viertgrößten Automobilhersteller der Welt hervorbringen. Das neue Unternehmen soll einen geschätzten operativen Gewinn von elf Milliarden Euro abwerfen.

Die kombinierte Finanzkraft der Unternehmen und ihre Fähigkeiten sollen genutzt werden, um Effizienzgewinne zu erzielen sowie die Entwicklung von New-Energy-Fahrzeugen, nachhaltiger Mobilität, autonomem Fahren und Konnektivität voranzutreiben. „Unser Zusammenschluss ist eine enorme Chance, eine stärkere Position in der Autoindustrie einzunehmen, um den Übergang in eine Welt sauberer, sicherer und nachhaltiger Mobilität zu meistern“, betonte Carlos Tavares, Vorstandsvorsitzender der Groupe PSA.

Durch den Zusammenschluss wären PSA und FCA mit ihrem breit gefächerten Fahrzeugportfolio global besser aufgestellt, da PSA eher in Europa und Fiat-Chrysler eher in Nord- und Lateinamerika erfolgreich ist. Die aggregierten Umsatzzahlen des Vorjahres zeigen auf, dass fortan 46 Prozent der Erlöse in Europa und 43 Prozent jenseits des Atlantiks erwirtschaftet werden könnten. Aufgrund dieser Ausgewogenheit erhoffen sich die beiden Unternehmen, künftig ihre Strategie in anderen Regionen weiterentwickeln zu können.

„Beide Unternehmen haben härteste Zeiten hinter sich und sind zu agilen, smarten und beeindruckenden Wettbewerbern geworden“, resümiert FCA-CEO Mike Manley. Technologie-, produkt- und plattformbezogene Einsparungen sollen diese Stellung weiter ausbauen und rund 40 Prozent der jährlichen Run-Rate-Synergien in Höhe von 3,7 Milliarden Euro ausmachen.  Der Einkauf soll voraussichtlich weitere 40 Prozent und andere Bereiche wie Marketing, IT, allgemeine Verwaltung und Logistik die restlichen 20 Prozent zu diesem Ziel beitragen.

Diese Synergieschätzungen basieren laut den beiden Unternehmen nicht auf Werksschließungen. Nach vier Jahren sollen bereits rund 80 Prozent der Synergieeffekte erreicht werden, wofür jedoch einmalige Gesamtkosten von 2,8 Milliarden Euro aufzuwenden sind. Der Abschluss des Zusammenschlusses soll vorbehaltlich in zwölf bis 15 Monaten erfolgen und der Verwaltungsrat dann aus elf Mitgliedern bestehen. Fünf Mitglieder werden von FCA und fünf Mitglieder von der Groupe PSA und benannt. Der CEO soll Carlos Tavares werden. Seine Amtszeit beträgt zunächst fünf Jahre und er wird zudem im Verwaltungsrat vertreten sein.