Parkende Autos am Straßenrand.

Der Straßenrand ist aktuell meist noch von parkenden Autos geprägt. Bild: AdobeStock / bilanol

| von Fabian Pertschy

Die Deutschlandchefin der Parkplatz-Such-App Park Now, Heidi Wildemann, vermisst in vielen Städten und Kommunen ein umfassendes Mobilitäts- und Park-Konzept. „Es werden viele Dinge ausprobiert. Es gibt aber kein eindeutiges, glasklares Konzept.“ Städte und Kommunen versuchen demnach sehr fragmentiert, etwa den Auto-Parkraum für andere Verkehrsmittel wie Roller oder Lastenräder, aber auch für Fußgänger umzunutzen. Dabei werde oft nicht berücksichtigt, dass es nach wie vor viel Parkverkehr gebe.

„Das Auto ist mittelfristig aus den Innenstädten nicht wegzudenken“, sagt Wildemann. Während der Coronakrise habe der Individualverkehr sogar zugenommen. Eine Option seien deshalb mehr Parkhäuser. Sie würden dabei helfen, den Parksuchverkehr zu reduzieren, zu konzentrieren und gleichzeitig Platz am Straßenrand zu schaffen. „Doch da wird relativ wenig gemacht“, kritisiert die Park Now-Chefin. In den Außenbezirken von großen Städten könnten Parkhäuser etwa mit dem öffentlichen Nahverkehr verknüpft werden.

Straßenparken soll künftig teurer werden

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) teilt die Kritik Wildemanns. „Es ist richtig, die meisten Kommunen haben noch kein Konzept dafür, wie sie den Verkehr zukunftsfest machen“, erläutert deren Verkehrsexpertin Stephanie Krone. „Der wertvolle Platz auf der Straße wird für Wichtigeres gebraucht, als für großvolumige Privatfahrzeuge, die manchmal tagelang nur herumstehen“, betont sie weiter.

Straßenparken müsse laut der Expertin eingeschränkt und verteuert werden. Parkhäuser nicht nur für Autos, sondern auch für Fahrräder seien deshalb wichtige Bestandteile solcher künftigen Konzepte. „Wenn das Straßenparken eingedämmt wird, werden sich die meist nur spärlich genutzten Parkhäuser automatisch füllen – und man wird sogar noch neue sogenannte Quartiersgaragen brauchen“, so Krone.

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