Bosch CW16

Bosch-CEO Denner stellt auf der diesjährigen Connected World die Bosch IoT Cloud vor. Bild: Twitter/BoschPresse

| von Werner Beutnagel

Bosch startet eine eigene Cloud für internetbasierte Services. In der Bosch IoT Cloud betreibt das internationale Technologie- und Dienstleistungsunternehmen unterschiedliche Anwendungen aus den Bereichen vernetzte Mobilität, vernetzte Industrie und vernetztes Gebäude. „Die Bosch IoT Cloud ist das letzte Puzzleteil in unserer Softwarekompetenz. Wir sind jetzt ein Full-Service-Provider für Vernetzung und das Internet der Dinge“, so CEO Volkmar Denner in seiner Keynote der „Bosch Connected World 2016“.

Unter anderem soll die Plattform für Over-the-Air-Updates und andere Connectivity-Features im Auto genutzt werden können. Beispielhaft hierfür stehe, so Denner, die vorausschauende Navigationsanwendung „Connected Horizon“, die auf eine Mischung aus Asset-based Apps im Fahrzeug und weiterführende Informationen in der Cloud setze.

Eine solche Applikation ist etwa der „Digital Twin“, der ein virtuelles Image des Fahrzeugs in die Cloud befördert. Durch den sicheren Sandbox-Approach des Systems werde die Entwicklung deutlich erleichtert, da kein physikalischer Zugang mehr zum Fahrzeug notwendig sei. Mit Hilfe des digitalen Zwillings des individuellen Fahrzeugs sei es auch etwa für Versicherer leichter, Daten für Pay-as-you-Drive-Anwendungen zu erfassen.

Über die Vernetzung von Smart Home- und Connected Car-Funktionen demonstriert Denner Cross Domain-Solutions, die mit Hilfe der Bosch IoT-Cloud möglich werden können. Ein weiteres Anwendungsbeispiel der Plattform sei etwa die genaue Erfassung von Parkplätzen und die Weiterleitung entsprechender Informationen an andere Fahrer.

„Wir glauben an offene Plattformen, Open Source und strategische Partnerschaften“, erklärt Denner. Neben dem Ideal offener Systeme seien vor allem die Bereiche Skalability und Flexibility wichtig für den Anbieter. Dem Kunden möchte der Zulieferer zudem transparente Nutzungsbedingungen präsentieren und sich bei der Erfassung von Daten auf die für die Funktionalität der jeweiligen IoT-Systeme notwendigen Informationen beschränken.

Betrieben wird die neue Cloud-Lösung in einem Rechenzentrum in der Nähe von Stuttgart. Die Entscheidung für den Standort Deutschland sei bewusst getroffen worden, so Denner: „Verbraucher wollen wissen, ob ihre Daten geschützt und sicher sind. Wir bieten unseren Kunden daher den jeweils aktuellen Stand der Technik in Sachen Sicherheit an.“ Zunächst kommt die Bosch IoT Cloud für eigene Lösungen des Technik- und Dienstleistungsunternehmens zum Einsatz. Ab 2017 stehe sie dann auch anderen Unternehmen als Service zur Verfügung, so Denner.

Nachfolgend zu Denners Vortrag kündigt Klaus-Jürgen Heitmann, Vorstandsmitglied der HUK Coburg, bereits eine erste konkrete Anwendung der IoT Cloud an. In Kooperation mit Bosch wird der Versicherer im drittel Quartal Pay-as-you-Drive und eCall-Lösungen launchen.